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Mehr Chancen mit Sekundarschule

02.12.2011 | 18:17 Uhr
Mehr Chancen mit Sekundarschule
Die SPD Lüdenscheid diskutiert über Schulpolitik, Sekundarschule im Kulturhaus Lüdenscheid.v.li. Dieter Dzewas, Bürgermeister; Sören Link, MdL und Gordan Dudas, MdL.

Lüdenscheid.Jedes Kind hat Anspruch, nach seinen Möglichkeiten gefördert zu werden. Das Kind im Mittelpunkt – so sieht Sören Link die Chancen der Sekundarschule.

Auf Einladung des SPD-Stadtverbandes Lüdenscheid wies der schulpolitische Sprecher der SPD im NRW-Landtag  auch auf ein Mehr an Flexibilität und auf die Gestaltung dieser Schulform in den Kommunen hin. Dass der Schul-Kompromiss gerade auch zusammen mit der CDU zustande gekommen ist, freute Link, denn so wäre  die „Schulreform“ breit in der Bürgerschaft verankert. Einen Kulturkampf, wie in den 70ern, wollte niemand.

Leider fand der Vortrag im Roten Saal des Kulturhauses nicht so viel Besuch wie wünschenswert gewesen wäre. Nach der Begrüßung durch MdL  Gordan Dudas und Bürgermeister Dieter Dzewas gab Wahlkreismitarbeiter Jens Voß einen historischen Abriss, vom Entwurf von SPD/FDP für eine Kooperative Schule in 1976 über den Kampf um die Gesamtschule bis zur PISA-Studie. Jetzt keime die Hoffnung, dass der lange Bildungsstreit zu Lasten der Kinder vorbei sei. Ziel der neuen Sekundarschule als weitere Regelschule: „Kein Kind zurücklassen!“ 

Erfolg hätte, so Sören Link, die neue Landesregierung mit ihrem Bildungsprogramm endlich wieder, nachdem sie 2005 unter anderem die Wahl verlor, weil der Bürger den Sozis die Lösung der Schulprobleme nicht zutraute. Die Sekundarschule  böte den Kindern mehr Chancen  für die Zukunft. Als Schulform ohne eigene Oberstufe bestünde die Möglichkeit, mit der Oberstufe  von Gymnasium, Gesamtschule oder Berufskolleg zu kooperieren, auch lehrerübergreifend. Als Ganztagsschule (begründete Ausnahmen möglich) biete die Sekundarschule mehr soziale Gerechtigkeit, wäre bewusst sehr offen gehalten: Was in Düsseldorf ginge, müsste nicht für Plettenberg passen.

Mehr sozialeGerechtigkeit

Die neue Schulform könnte das Beste aus Real- und Hauptschule vereinen und wäre besonders geeignet für Kommunen mit gefährdetem Schulstandort. Ebenso wie für Konklusion, auch für längeres gemeinsames Lernen. Das ginge noch besser in geplanten kleineren Klassen.

Der Durchmarsch zur gymnasialen Oberstufe wäre möglich, doch das Abitur kein Primärziel. Der Fokus werde auch auf den beruflichen Einstieg gelegt. „Deutschland gibt im Vergleich zu wenig für Bildung aus,“ so Sören Link, der „mehr Steuern aus Berlin“ als Rettung – und SPD-Wahlkampfthema – sieht und Steuersenkungsgedanken nicht versteht.

 Übrigens, ohne Elterninformation und -befragung wäre  kein Antrag zur Sekundarschule möglich. 50 Gemeinden hätten sich schon dafür entschieden.

Marlie Denkert

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