Lüdenscheider lebt seinen Traum im Wohnmobil
11.08.2010 | 18:58 Uhr 2010-08-11T18:58:00+0200
Lüdenscheid.So leben, wie andere Urlaub machen. Wovon viele nur träumen, hat Andreas Dreisbach (46) einfach für sich realisiert. Vor fast zwei Jahren entschloss sich der gebürtige Lüdenscheider das traute Leben aufzugeben und mit seinem Wohnmobil durch die Lande zu ziehen.
Vor fast zwei Jahren entschloss sich Andreas Dreisbach das häusliche Leben am festen Wohnsitz in Schalksmühle aufzugeben und mit seinem Wohnmobil durch die Lande zu ziehen. 13 Jahre hat er auf dem Bau und zwei Jahre in einer Firma gearbeitet. „Ich hab mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Da der Vagabund geschieden ist und seine zwei erwachsenen Kinder aus dem Haus sind, hat er keine familiären Bindungen mehr. Mit seiner Entscheidung stieß Dreisbach aber nicht nur auf Zuspruch. Damals wandten sich viele Freunde von ihm ab. Mit so einem Leben komme eben nicht jeder klar. „Im Wohnmobil hat man halt nicht den Komfort einer Wohnung“, gesteht Andreas.
Schäferhund Ben treuer Begleiter
Doch er ist auf seinen Reisen quer durch Deutschland trotzdem nicht allein. An seiner Seite ist stets sein Schäferhund Ben (11). Ohne ihn fährt Andreas Dreisbach nirgendwo hin und „mit ihm wird es auch nie langweilig.“ Auf ihren Reisen haben die beiden schon viel gesehen und jede Menge neue Leute kennen gelernt. Im Augenblick campieren sie nahe der Heimat auf dem Stellplatz am Nattenberg.
Die Reaktionen auf seinen Lebensstil sind genauso unterschiedlich, wie die Menschen selbst. Die einen wären sehr aufgeschlossen und zeigten Interesse für seine Art zu leben. Andere wiederum reagierten lediglich mit Kopfschütteln. Doch es entwickelten sich auch Bekanntschaften. „Zu denen halte ich auch regelmäßig online Kontakt“, sagt Dreisbach.
Auf seinen Touren folgt der Lüdenscheider keinen festen Routen. Zusammen waren er und sein Hund schon an Nord- und Ostsee und überall entlang von Rhein und Mosel. „Eine wirklich sehr schöne Gegend da unten am Rhein“, findet er. Auch fast das komplette Saarland hat er schon bereist. Aber gar nicht gefallen hat es ihm noch nirgendwo. Wenn sich für ihn die Möglichkeit bietet, möchte er auch die neuen Bundesländer in Angriff nehmen.
Schwierigkeiten mit Schneemassen
Wirklich negative Erfahrungen hat Andreas Dreisbach auf seinen Reisen bisher noch nicht gemacht. Trotzdem sieht er es als Vorteil an, seinen Hund dabei zu haben. „Man weiß ja nicht immer, auf was für Leute man trifft.“ So etwas könnte sich auch im letzten Winter ein Herscheider Bürger gedacht haben. Da stand der 46-Jährige nämlich mit seinem Wohnmobil auf dem dortigen Stellplatz. Aufgrund der Schneemassen konnte er mit seinem Fahrzeug weder vor noch zurück. Irgendwann kam dann auf Nachfrage eines Anwohners das Ordnungsamt bei ihm vorbei.
Daraufhin stellte sich Andreas im Herscheider Rathaus vor. „Die Sache hat sich dann auch schnell geklärt.“ Doch seine Entscheidung bereut, hat der Globetrotter nie. „Ich bin glücklich und zufrieden und wüsste nicht, warum ich wieder über eine feste Wohnung nachdenken sollte.“ Nur ganz ohne Arbeit kommt der gelernte Baumchirurg auch nicht aus. Denn eins möchte Andreas Dreisbach nicht: Als Aussteiger gesehen werden. Deshalb tritt er am 1. Oktober eine Arbeitsstelle in Lüdenscheid an. „Auch das Leben im Wohnwagen muss schließlich bezahlt werden.“ Doch das Wichtigste für Andreas ist und bleibt es, seinen Traum zu leben.
13:23
Hallo Andreas!
Mach doch mal eine richtige Reise mit deinem Womo, z.B. wie ich nach Zentral-Asien:
http://www.hanskin.de/06usbekistan.html
Gruß