Lüdenscheider Gespräche mit Peter Struck
05.10.2011 | 10:00 Uhr 2011-10-05T10:00:00+0200
Lüdenscheid.Eine Mischung aus Vorträgen zu politischen und zeithistorischen Themen mit grenzüberschreitendem, interdisziplinärem Hintergrund hat das Institut für Geschichte und Biographie für seine „Lüdenscheider Gespräche 2011/2012“ zusammengestellt.
Unter den prominenten Referenten befinden sich Dr. Peter Struck (21. März) oder Grimme Preisträgerin Loretta Walz. Zwei Filmvorführungen über „Lüdenscheid im Dritten Reich“, mit denen die Vortragsreihe am 19. Oktober startet, und die Filmvorführung „Im Schatten des Gulag – als Deutsche unter Stalin geboren“ mit Loretta Walz (15. Februar) beginnen bereits um 17 Uhr.
Für das Zeitzeugengespräch im Juni 2012 konnte das Institut laut Institutsleiter Professor Dr. Arthur Schlegelmilch Klaus Hänsch, von 1979 bis 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments und von 1994 bis 1997 sogar dessen Präsident, gewinnen. Als überzeugter Europäer war er maßgeblich an einer Verfassung für Europa beteiligt. Sein Vortrag findet am 13. Juni statt.
Lüdenscheider Alltag
in der NS-Zeit
In Verbindung mit dem Verein „Ge-Denk-Zellen Altes Rathaus Lüdenscheid“ läuft die Auftaktveranstaltung – Film und Diskussion – über Lüdenscheid im Dritten Reich. Drei Zeitzeugen, im Sommer 2010 von einem Team der FernUni interviewt, kommen in dem Film zu Wort. „Im Kern geht es um den Alltag in Lüdenscheid“, dazu Schlegelmilch, der das Programm gemeinsam mit Eva Engelhardt und Dr. Almut Leh (Institut für Geschichte und Biographie) vorstellte.
Zu den interdisziplinären Vorträgen der Reihe gehören die Ausführungen des Literaturwissenschaftlers Dr. Carsten Heinze, der sich am 14. Dezember mit unterschiedlichen biographischen Darstellungen Marcel Reich-Ranickis beschäftigt, und der Vortrag „Liebe oder böse Schwiegermutter“ der Psychologin Dr. Andrea Kettenbach am 18. April.
Eher wissenschaftlichen Hintergrund haben die Ausführungen von Dr. Karin Gille-Linne, die am 18. Januar über die Frauenrechtlerinnen Elisabeth Selbert und Herta Gotthelf spricht.
Ein heikles Thema greift Dr. Martin Schäuble (Berlin) am 9. November unter der Überschrift „Black Box Dschihad“ auf. Er sucht Antworten auf die Frage, warum jemand zum radikalen „Gotteskrieger“ wird, zu finden.
Prominentester Gast der Reihe Dr. Peter Struck, der im Programmheft als Realpolitiker mit Ecken und Kanten angekündigt wird. Wie Schlegelmilch vermutet, wird der frühere Verteidigungsminister dezidiert zur Regierungssituation Stellung nehmen.
Mit dem Doktorandenkolloquium, das dann gleichzeitig im Institut läuft, fällt das Zeitzeigengespräch mit dem langjährigen Mitglied des Bundestages und heutigen Vorsitzenden der Friedrich-Ebert-Stiftung am 21. März zusammen. Dass Fremdenfeindlichkeit in Norwegen eine lange Tradition hat, wird der Vortrag „Norwegische Xenophobien – vom Judenparagrafen des Jahres 1814 bis zum heutigen Rechtspopulismus“ von Professor Dr. Einhart Lorenz am 23. Mai ans Tageslicht bringen. Nach dem verheerenden Anschlag von Oslo hat das Institut den Vortrag kurzfristig ins Programm aufgenommen.
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