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Lüdenscheider Gespräche bleiben

22.02.2012 | 17:31 Uhr
Lüdenscheider Gespräche bleiben
Institut für Geschichte.Im Bild: v.r.n.l., Frank Hager, Eva Engelhardt, Almut Seidel, Apl. Prof. Dr. Arthur Schlegelmilch

Lüdenscheid.„Den Kontakt über die Lüdenscheider Gespräche zu pflegen, wäre eine gute Möglichkeit.“ Nachdrücklich für eine Aufrechterhaltung der „Lüdenscheider Gespräche“, die ein großes Stammpublikum haben, spricht sich Professor Dr. Arthur Schlegelmilch, Leiter des Instituts für Geschichte und Biographie, nach dem beschlossenen Umzug des Instituts auf den Campus der FernUni Hagen aus (WR berichtete).

Unumstößlich ist für ihn die Entscheidung der FernUni, alle Institute und Unizweige in Hagen zu zentralisieren. „Das betrifft auch andere Institute“, weiß er. Zuversichtlich ist er, dass es über die „Lüdenscheider Gespräche“, die auch viele Auswärtige anlocken, gelingen kann, die Verbindung zur Bergstadt aufrechtzuerhalten. Die besondere, ganz spezielle Gesprächsatmosphäre der „Lüdenscheider Gespräche“ schätzt er sehr.

Gäste aus Köln und Frankfurt

„Die Leute, die kommen, sind oft sehr gut informiert.“ Die regen Diskussionen, die sich nach den Vorträgen entwickeln, sprechen für ihn eine eigene Sprache. Teilweise weite Anreisen nehmen Geschichtsinteressierte in Kauf, um bei den Gesprächen dabei zu sein. Gäste aus Köln, Münster und sogar Frankfurt finden sich nicht selten unter den Zuhörern. Seitens der Stadt sieht Schlegelmilch positive Signale für eine Fortführung der (zeit)geschichtlich wichtigen, untrennbar mit Lüdenscheid verbundenen Reihe. „Dadurch bleibt der Kern der Außenwirkung des Instituts in Lüdenscheid erhalten.“

Denkbar ist es für ihn - wie jetzt für den Vortrag von Dr. Peter Struck am 29. März (18 Uhr) angedacht – mit den Vorträgen ganz ins Kulturhaus zu gehen. „Wir sind bestrebt, ab Herbst 2012 wieder ein attraktives Programm anzubieten“, dazu der Leiter des Instituts. Zusagen von Klaus von Dohnanyi, der von 1972 bis 1974 Bundesminister für Bildung und Wissenschaft und in den 80ern Erster Bürgermeister der Freien Hansestadt Hamburg war, und Roland Jahn, Nachfolger von Marianne Birthler als Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, hat er bereits in der Tasche.

„Wir haben angefragt und Zusagen erhalten.“ Anderes ist noch in der Schwebe. „Wir planen weiter und wären in der Lage, schnell ein neues Programm aufzustellen.“ Anders als im Programmheft ausgewiesen, findet das „Lüdenscheider Gespräch“ mit Dr. Peter Struck nicht am 21., sondern am 29. März statt. Voraussichtlich im Kulturhaus wird der ehemalige Bundesminister der Verteidigung, der als ein Mann der klaren Worte gilt, über „Politik mit Ecken und Kanten“ sprechen.

Dr. Peter Struck kommtins Kulturhaus

Grundlage seiner Ausführungen ist die Autobiographie „So läuft das“, in der Struck das erste Jahrzehnt der Berliner Republik bewertet. Wie er sich nach zwei Schlaganfällen wieder ins Leben zurückkämpfte und wie Politik funktioniert, ist zu hören. Die Begegnung mit dem SPD-Politiker, der heute Vorsitzender der Friedrich-Ebert-Stiftung ist, koppelt das Institut an ein Doktorandenkolloquium in Lüdenscheid. In Hagen bleiben Institut und Archiv Deutsches Gedächtnis unter einem Dach.

In Vertretung von Dr. Almut Leh, deren Zeitvertrag ausgelaufen ist, kümmert sich momentan Frank Hager um das Archiv, das weiter digitalisiert und verschlagwortet wird. „60 Prozent der Digitalisierung sind bereits abgeschlossen“, dazu Schlegelmilch und Institutsmitarbeiterin Eva Engelhardt.

Pro Semester bietet das Institut dazu acht bis zehn Praktikantenstellen an. Als Mentorin ist momentan Almut Seidel vor Ort.

Monika Salzmann

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