„Lirum larum Löffelstiel...“
28.10.2011 | 20:34 Uhr 2011-10-28T20:34:00+0200
Lüdenscheid.„Lirum larum Löffelstiel, arme Leute ham nicht viel. Reiche Leute essen Speck, arme Leute ham ein Dreck.“
Von der Lust und Qual des Essens – Völlern, Prassern und Leuten, bei denen Schmalhans Küchenmeister ist – wussten die Schauspieler und Rezitatoren Peter Zimmer, Gerhard Winterhager und Rudolf Sparing am Donnerstagabend im „Castello“ manch lustige Begebenheit zu berichten.
„Lirum larum Löffelstiel“ wie der alte Kinderreim war das amüsante, kurzweilige Programm des eingespielten Trios an neuer Spielstätte überschrieben. Vor voll besetzten Rängen legten die drei Gourmets im Foyer der Schützenhalle, wo Gastwirt Felice Bucci nach Vorbild des Theaters in der Sparkasse ein kleines, feines Kleinkunsttheater geschaffen hat, ihr erfolgreiches literarisches Genießerprogramm auf. Bei der Gestaltung der neuen Spielstätte war Rudolf Sparing als Berater behilflich. Die Umsetzung lag in Händen von Peter Kaczmarek.
Zwischen den Gängen eines Überraschungs-Menüs, das es zu erraten galt, kredenzten die drei Herren mit Hut – bestens aufgelegt – Gedichte, Texte und Lieder, die das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen. Im Programm verbargen sich amüsante Hinweise aufs Menü. Klar, dass nach Grönemeyers Loblied auf die Currywurst das Original auf die Teller kam und der Torte im Gedicht die Torte als Dessert folgte.
In Kürze: Änne
aus Dröpplingsen
Juliane Doege und Giovanna Kaczmarek lagen als Einzige mit allen drei Tipps für die Menüfolge goldrichtig und erhielten dafür ein schönes Präsent.
In lebendigem Miteinander machten Peter Zimmer, Gerhard Winterhager und Rudolf Sparing mit den Lieblingsspeisen Heinrich Heines, guten Braten/guten Mädchen im Sinne Wilhelm Buschs und gestrenger Tischzucht à la Hans Sachs bekannt. „Hör, Mensch! Wenn du zu Tisch willt gahn, dein Händ sollt du gewaschen han. Lang Nägel ziemen gar nit wohl…“, hieß es da.
Vom Borschtsch, der Mascha Kaleko zu überstürzter Flucht aus dem Haus veranlasste, dem Ochsenbraten, in dem Matthias Claudius die Ursache für den Niedergang der Römer sah, und dem Lustmord an der Zwiebel (Ringelnatz) hörten die Besucher heitere Schmunzelverse. „Esst mehr Fisch“ riet Heinz Erhardt, der mit den Gräten haderte. Reichlich Speckpölsterchen versprach des Märkers Wochenplan, der mit Grünkohl, Sauerkraut und Gekröse aufwartete.
Als Schauspieler war Peter Zimmer bei „Der Wein war ein Gedicht“ von Fritz Eckenga, seiner Paradenummer, in seinem Element. Feine Ironie lag in den augenzwinkernd und pointiert vorgetragenen Texten, die sich die drei Herren gekonnt wie Spielbälle zuwarfen. Nächster Gast im Castello, das mit „Lirum larum Löffelstiel“ eine rundum gelungene Premiere erlebte, ist am 17. November die gute Änne aus Dröpplingsen. Karten gibt’s bereits im Castello im Vorverkauf ( 67 67 688).
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