Kundenbürgschaft kann Jobs retten
17.08.2009 | 19:45 Uhr 2009-08-17T19:45:00+0200
Ein Gespräch mit einem guten Dutzend Kunden des Unternehmens in den nächsten Tagen soll klären, ob beim Automobilzulieferer Paulmann & Crone zumindest rund 120 der bedrohten 370 Arbeitsplätze durch eine Bürgschaft gerettet werden können. Die Firma hatte Anfang Juli Insolvenz beantragt.
Dass sämtlichen Mitarbeitern gekündigt werde, sei „unausweichlich”, so Gewerkschafter Stefan Thalheim von der Lüdenscheider IG Metall. Wenn Kunden jedoch für die Finanzierung einer angedachten Transfergesellschaft bürgen würden, habe zumindest ein Teil der Belegschaft noch eine Chance – dann könne sich das Unternehmen auch über den 31. Dezember hinaus noch Fachkräfte aus dem so gebildeten Pool für die laufende Produktion ausleihen. Ansonsten müsse Paulmann & Crone zum Jahresende endgültig schließen.
Hinzu komme nun, so Thalheim weiter, dass inzwischen auch die Beteiligungsgesellschaft K3 Industries mit Sitz in Wupertal Insolvenz beantragt habe. Diese Gesellschaft hatte Paulmann & Crone erst 2007 übernommen. Dieser Umstand, so Thalheim, mache die Situation nicht gerade leichter, zumal im Unternehmen nun neben Andreas Grund für Lüdenscheid noch ein weiterer Insolvenzverwalter wirke.
Laut Thalheim wird Grund das Gespräch in seiner Düsseldorfer Kanzlei führen und die Belegschaft tags darauf über das Ergebnis informieren. Thalheim geht davon aus, dass in den Verhandlungen der Kunde VW eine wichtige Rolle spielt. BMW und Mercedes dagegen hätten sich bereits von dem Lüdenscheider Zulieferer abgewendet.
Unterdessen geht laut IG Metall die Suche nach einem Investor für Paulmann & Crone weiter. Da nun auch K3 Insolvenz beantragt habe, stünden sicherlich auch die Produktionsstätten an sich zur Disposition. Diese Entwicklung könnte das Unternehmen für potenzielle Investoren interessanter machen.
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