"Komfort-Station" mit 30 Plätzen
20.12.2007 | 16:57 Uhr 2007-12-20T16:57:00+0100Lüdenscheid. Im Sommer hatten Berichte über eine „VIP-Station” für zahlungskräftige Patienten in Hellersen für Aufsehen gesorgt. Inzwischen ist der Arbeitstitel in „Komfort-Station” umgewandelt, und die Planung ist konkreter geworden.
Die „Komfort-Station” soll in einem Anbau an das in den 80er-Jahren errichtete Hauptgebäude des Klinikums in Hellersen untergebracht werden. Die Rede ist derzeit von 30 Plätzen in Einzelzimmern, die sämtlich mit Balkonen ausgestattet werden. Im nächsten Jahr werde das Projekt auf den Weg gebracht, sagte Dr. Bernhard Schwilk, medizinischer Geschäftsführer der Märkischen Gesundheitsholding, im WR-Gespräch. Im Jahr 2009 werde gebaut, spätestens in 2010 soll die neue Abteilung in betrieb gehen. Wie es im schicken Neubau im Detail aussehen könnte, welche Komfort-Elemente der „Kunde” vorfinden wird, wollte oder konnte der Krankenhaus-Manager nicht sagen. Er liefere keinen Gesprächsstoff für die Stammtische, ärgerte er sich noch immer über die angeblichen Ölscheichs, die sich künftig im Lüdenscheider Klinikum behandeln lassen könnten. „Alles Blödsinn”, kommentierte er die seinerzeitigen Veröffentlichungen der „Sauerländer Weltpresse”. Niemand rege sich über eine Business-Lounge am Flughafen oder die Business-Class einer Fluggesellschaft auf. Nichts anderes sei im Grunde die Komfort-Station. Im Kern seien die rein medizinischen Gesundheitsleistungen des Klinikums über die so genannten Fallpauschalen standardisiert.
Was der Patient über die Grundpflege hinaus an zusätzlichen Unterbringungs- und Serviceleistungen ordert, etwa Sekretariats-Dienstleistungen für Führungskräfte, dafür müsse der Privatversicherte oder Selbstzahler aufkommen. Das „Hotel-Segment”, wie es Schwilk bezeichnete, werde je nach Komfortstufe mit zwischen 150 und 250 Euro pro Tag zu Buche schlagen.Den Anteil der Patienten, die den Hotel-Komfort in Hellersen in Anspruch nehmen werden, schätzte Schwilk auf höchstens zehn Prozent, wahrscheinlich noch deutlich weniger. Damit würden vielleicht ein bis zwei Prozent des gesamten Umsatzvolumens in Hellersen zu erzielen sein. Wichtig sei dieser Bereich trotzdem.
Für den medizinischen Geschäftsführer ist es fast schon so etwas wie eine Selbstverständlichkeit, dass ein großes Haus in diesem Segment etwas anzubieten hat. „Wir sind in den Standard-Leistungen nicht schlecht, und wir müssen überall besser werden”, beschrieb er seine Zielvorstellung. Service im Komfort-Bereich: „Da funktioniert und flutscht alles. Das ist die Klasse.”
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