Kohlenmann mit dem schwarzen Gold hat ausgedient
19.02.2010 | 06:30 Uhr 2010-02-19T06:30:00+0100
Lüdenscheid. Wer früher eine warme Wohnung haben wollte, hatte dafür zu schuften. Morgens mussten die Öfen gereinigt, die Kohlen aus dem Keller geholt und unter Umständen noch Anmachholz gehackt werden. Diese Zeiten des "schwarzen Goldes" mit dem klassischen Kohlenmann sind in Lüdenscheid vorbei.
Früher dauerte es in der Regel rund eine Stunde, bis der gusseiserne Ofen mit der Klappe oben die gute Stube angenehm wärmte. Heute wird morgens das Thermostatventil am Heizkörper hochgedreht und Gas-oder Ölheizung verrichten ihren Dienst.
Auch wenn es heute vornehmlich in den Baumärkten wieder Kohle, vorwiegend Bündelbriketts, gibt, ist das „schwarze Gold” als Brennstoff in Lüdenscheid so gut wie ausgestorben. Der Kohlenmann mit dem Lederschutz auf dem Rücken, der früher mit Pferdewagen und bis vor wenigen Jahren auch noch mit dem Lkw vorfuhr und die Kohlensäcke aus Jute in den Keller wuchtete, hat ausgedient.
Nachfrage immer geringer geworden
„Wir verkaufen schon seit 15 Jahren keine lose Kohle mehr”, berichtet Gerd Holthaus, Geschäftsführer von Witkop Energie am Fuhrpark. Zuletzt habe man auch nur noch noch Bündelkohle angeboten. Die Nachfrage sei aber immer geringer geworden. Holthaus sieht wegen der hohen Energiepreise keine Renessaince des Festbrennstoffes kommen: „Briketts werden aber als Alternative zu Holz auch ganz gerne in den modernen Kaminöfen verbrannt.”
Der Absatz an Festbrennstoffen, so Holtzhaus, sei in den letzten Jahren rapide zurückgegangen. Ein Beispiel: Im letzten Dezember wurden in ganz Deutschland nur 19 000 Tonnen Steinkohleprodukte für Haushalt und Kleinverbraucher abgesetzt.
Fast jedes Haus hat Öl- oder Gasheizung
Für die Kohle sieht Gerd Holthaus keine Chance mehr: „Fast jedes Haus oder jede Wohnung hat heute eine Öl- oder Gasheizung. Selbst wenn Kohle im Vergleich billiger ist, wird deswegen nicht mehr mit Kohle geheizt.” Als Mineralölhändler ergänzt er selbstverständlich noch, dass in den letzten 17 Jahren Gas um rund 30 Prozent teurer war als leichtes Heizöl. Und noch einmal zurück zum „schwarzen Gold”: Nach dem Zweiten Weltkrieg, so Holthaus, gab es allein in Lüdenscheid 15 Kohlenhändler.
Die Firma Franz Richter Heizöl Diesel und Schmierstoffe an der Brenscheider Straße hat seit fünf Jahren keine Kohle mehr im Angebot. „Die Umsätze sind so gering geworden, dass sich die Sache nicht mehr lohnte”, stellt Arnt Richter fest, der unter anderem die Baumärkte verantwortlich macht.
Die Kunden hätten die Richter-Preise mit den Baumarkt-Preisen verglichen: „Dabei sahen sie aber nicht, dass wir die Kohle frei Haus geliefert haben.”Heizöl-Diesel Peter Baberg in Brüninghausen verkauft an Privat nur noch ganz selten Kohle. „Ab und an liefern wir aber noch Schmiedekohle an den Bremecker Hammer und die Stahlwerke Plate”, weiß Sabine Baberg zu berichten.
In Kehrbezirken hat sich viel geändert
Für Bezirksschornsteinfegermeister Werner Keßler, der im Bereich Parkstraße, Stüttinghausen und Buckesfeld die Kamine kehrt und Heizungen überprüft, steht fest, dass Heizen mit Kohle ausgedient hat: „In meinem Kehrbezirk kenne ich keinen Haushalt, in dem mit Kohle geheizt wird. Sie spielt keine Rolle mehr.” Und ähnlich sehe es bei den Kollegen in den anderen Stadtbezirken aus.
Auch der Obermeister der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Lüdenscheid, Christoph Schulte, gibt der Kohle keine Chance mehr. Er kenne auf Anhieb kein Haus in Lüdenscheid, dass mit Kohle geheizt wird: „Es gibt auch keine Bestrebungen auf dem Markt, das grundlegend zu ändern.”
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Für Bezirksschornsteinfegermeister Werner Keßler, der im Bereich Parkstraße, Stüttinghausen und Buckesfeld die Kamine kehrt und Heizungen überprüft, steht fest, dass Heizen mit Kohle ausgedient hat: „In meinem Kehrbezirk kenne ich keinen Haushalt, in dem mit Kohle geheizt wird. Sie spielt keine Rolle mehr.” Und ähnlich sehe es bei den Kollegen in den anderen Stadtbezirken aus.
Auch der Obermeister der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Lüdenscheid, Christoph Schulte, gibt der Kohle keine Chance mehr. Er kenne auf Anhieb kein Haus in Lüdenscheid, dass mit Kohle geheizt wird: „Es gibt auch keine Bestrebungen auf dem Markt, das grundlegend zu ändern.”
Aber die Kamine werden noch regelmäßig gefegt - zu neuen-modernen-angepassten-hohen-Preisen.