Klinik-Clowns helfen mit einem Lächeln zu heilen
15.02.2012 | 20:24 Uhr 2012-02-15T20:24:00+0100
Lüdenscheid.Zoe sitzt auf dem Bett. Ein bisschen langweilig ist es schon hier im Krankenhaus, wenn nicht gerade Mama oder Papa da sind. Plötzlich klopft es an der Tür – und schon stolpert ein Clown ins Zimmer. „Das ist Pampel“, kräht ein anderer Clown von hinten: „Und ich bin Antonella – Wir, wir wollten Dich mal besuchen“, stottert sie.
Eigentlich wollte Zoe gar keinen Besuch haben. Aber als die beiden Klinikclowns im Zimmer standen, hatte sie das fast vergessen. Zoe ist fünf Jahre alt und schon fast eine ganze Woche in der Kinderklinik in Lüdenscheid. Alle sind sehr nett zu ihr. Trotzdem hat sie nur den einen Wunsch. „Bald darf ich nach Hause“, flüstert sie Antonella ins Ohr. Die freut sich mit ihr: „Du Pampel, die Zoe ist schon fast wieder ganz gesund.“
Jede Woche sind Antonella und Pampel im Klinikum Hellersen auf den Kinderstationen unterwegs. „Wenn wir an eine Tür klopfen, wissen wir schon ein bisschen über die Kinder in dem Zimmer“, erzählt Pampel. „Bei Kindern, denen es schon wieder gut geht, stürmen wir einfach das Zimmer und machen Späße.“ Im Krankenhaus geht es aber nicht immer lustig zu. Manche Kinder haben Angst, zum Beispiel vor einer Operation, oder fühlen sich einsam. „Dann klopfen wir ganz vorsichtig an und haben meistens ein Trösterchen dabei“, verrät Antonella. Das dürfen die kleinen Patienten sogar mit in den Operationssaal nehmen, sagt Klinikdirektor Dr. Bernhard Köster.
Im Februar 2011 besuchten die Klinik-Clowns erstmals die kleinen Patienten im Klinikum Lüdenscheid. Um das wöchentliche Angebot aufrecht erhalten zu können, ist der Förderverein Kinderklinik Lüdenscheid e.V. (ehemals Förderverein Baby-Notarztwagen) auf Sponsoren und Mitglieder angewiesen.
„Für 2012 ist das Engagement der Klinik-Clowns gesichert“, freut sich der Vorsitzende Dr. Bernd Jüttner. Auch für 2013 ist er zuversichtlich. Dank bedeutender Spenden von Lüdenscheider Bürgern, der Industrie, der Sparkasse, den Stadtwerken und vom Dachverband Clownsvisite e.V. konnten die Kosten bisher aufgebracht werden, so Jüttner.
Um die Clownsvisite aber weiterhin abzusichern, sind weiterhin Spenden erforderlich. Spendenkonto bei der Sparkasse Lüdenscheid, Blz 458 500 05; Konto-Nr. 120 501. Infos zum Förderverein gibt es in der Kinderklinik der Märkischen Kliniken in Lüdenscheid-Hellersen.
„Wenn die Operation gerade vorbei ist, dürfen die Patienten nicht laut lachen“, erklärt Köster. Ein bisschen Spaß hilft aber bekanntlich dabei, wieder gesund zu werden. „Manchmal hilft eben ein ganz leises Lachen“, freut sich der Lüdenscheider Kinderarzt Dr. Bernd Jüttner. Er ist Vorsitzender des Förderverein der Kinderklinik (ehemals Förderverein Kinderklinik und Baby-Notarztwagen). Der Verein hat die Klinikclowns vor einem Jahr engagiert. Seitdem kommen sie jede Woche.
I
m Klinikum sind die Clowns stets gern gesehene Gäste – nicht nur bei den kleinen Patienten. Auch Eltern, Pflegepersonal und Ärzte wissen die Clownsvisite zu schätzen, bestätigt der Leiter der Kinderklinik, Dr. Bernhard Köster. Selbst in der Praxis von Bernd Jüttner sind Pampel und Antonella häufig ein Thema: „Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen von den Kindern“, sagt Jüttner.
Auch wenn manche Kinder vorerst Angst haben, beruhigt sich die gesamte Situation, wenn die Clowns in ihrem Element sind. Sobald die Kinder die roten Pappnasen sehen, ahnen sie bereits, dass es jetzt lustig wird.
„Wir wissen nicht, ob wir den Kindern die Angst vor einer OP nehmen können“, sagt Pampel. Aber in den drei bis zehn Minuten vergessen sie sie. So war es auch bei der fünfjährigen Zoe. Nach der dreiminütigen Clowns-Visite hatte das Mädchen seine Sorgen erst einmal beiseite gelegt.
Pampel heißt im richtigen Leben Thomas Wewers. Antonella ist ohne Pappnase und Clownskostüm Ursel Penkel. Die beiden gehören dem Verein Clownsvisite an und besuchen Kinder in Krankenhäusern. „Wenn man krank ist, hat man wenig zu lachen“, wissen beide. Sie bringen den kleinen Patienten einmal pro Woche ein bisschen Spaß oder entlocken ihnen einfach nur ein Lächeln.
0mitdiskutieren