K.T. Neumann prägte die Stadt
14.05.2009 | 22:00 Uhr 2009-05-14T22:00:00+0200Einer der kreativsten Köpfe, die je in Lüdenscheid gewohnt haben, wird heute 90 Jahre alt: der Bildhauer K.T. Neumann. Seinen Geburtstag feiert er in Berlin.
Überall im Stadtbild begegnet man den Arbeiten K.T. (Kurt Toni) Neumann: die Brunnen auf dem Stern- und Graf-Engelbert-Platz, die „Armillarsphäre” neben der Richard-Schirrmann-Realschule am Buckesfeld, der „Kleine Prinz” vor der gleichnamigen Begegnungsstätte in der Altstadt oder die Darstellung der legendären Gastwirtin Hulda Brüninghaus ebenfalls auf dem Sternplatz.
K.T. Neumann war kein gebürtiger Lüdenscheider. Er wurde 1919 in Jarotschin (Kreis Posen) geboren. Die Familie musste bald die alte Heimat verlassen und fand eine neue in Goldberg/Schlesien. Sein Vater Bruno Neumann war Schlossermeister, und so trat er in dessen Fußstapfen. Nach der Grundschule absolvierte er zunächst eine Schlosserlehre und studierte dann an der Technischen Hochschule Breslau und von 1936 bis 1939 an der „Schule für angewandte Kunst” in Breslau. Hier war er der jüngste Meisterschüler von Prof. J. Vonka. 1937 bekam er den Jugendkunstpreis der Handwerkskammer Breslau.
Doch der Zweite Weltkrieg traf ihn schwer. 1940 musste er in den Krieg ziehen und wurde 1944 am Arm schwer verletzt. Als Schwerbeschädigter war er zunächst im Flugzeugbau tätig. Seine Frau Olga Edith, die er 1944 heiratete, gab ihm seine Kraft und Hoffnung zurück. Er schaffte es – trotz seiner Verwundung – linkshändig zu zeichnen und zu formen. Teilweise konnte er auch den verletzten rechten Arm wieder gebrauchen. Nach einer abenteuerlichen Flucht kam das Ehepaar Neumann zunächst 1945 nach Hagen, der Heimatstadt von Olga Edith. Doch Hagen war ein Trümmerfeld, und so zogen sie nach Lüdenscheid. Dort wohnten sie von 1945 bis 1958 An der Mehr, anschließend Am Drostenstück, wo Neumann auch seine Schmiedewerkstatt hatte.
Arbeiten von K.T. Neumann sind in und an öffentlichen Gebäuden in ganz Deutschland zu finden; er stellte Werke bei Ausstellungen in ganz Europa aus. Und K.T. Neumann ist es auch zu verdanken, dass die Quadriga wieder auf dem Brandenburger Tor in Berlin steht. Die Metallplastik wurde durch 1989 durch die Vereinigungsfeiern – vor allem in der Silvesternacht 1989/1990 – so stark beschädigt, dass sie restauriert werden musste. Die Restauratoren hatten Schwierigkeiten beim Schweißen von Kupfer: die Nähte platzten immer wieder auf. K.T. Neumann konnte das Problem durch sein profundes Wissen souverän lösen.
Zusammen mit seiner Frau Olga Edith zogen Neumann 1999 nach Berlin um. Im Januar 2000 starb Olga und ist in Berlin neben Theodor Fontane beigesetzt. Neumann schrieb im April an den ehemaligen Stadtarchivar Dieter saal: „Meine Lebensleistung ist abgeschlossen.”
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