Intensivstation landesweit gefragt
14.10.2010 | 21:06 Uhr 2010-10-14T21:06:00+0200
Lüdenscheid.Beatmungsentwöhnung und Stroke Unit sind die Schlagworte, mit denen das Klinikum Lüdenscheid seine Position in Sachen Intensivmedizin ausbauen will. Mit der Erweiterung der Intensivstation auf nun 40 Behandlungsplätze setzt man in Hellersen weiterhin auf Größe und Kompetenz.
Mit sechs zusätzlichen Betten begegne man zum einen möglichen Engpässen bei der intensivmedizinischen Versorgung, so Geschäftsführer Dr. Bernhard Schwilk. Was der zentralen Intensivstation aber weit über den Märkischen Kreis hinaus Bedeutung verleihe, sei die Ausweitung der medizinischen Möglichkeiten, ergänzt Klinikdirektor Prof. Dr. Joachim Lorenz.
Umsatz finanziert
Notaufnahme mit
Die Möglichkeiten reichen vom temporären Ersatz ausgefallener Organfunktionen über die lückenlose Überwachung nach Operationen bis zur Behandlung aller Erkrankungen, die zu einem lebensbedrohlichen Zustand geführt haben. Aufgrund der engen Zusammenarbeit der verschiedenen Fachabteilungen der Klinik und der hochmodernen Ausstattung der Intensivstation reiche das Niveau an das einer Uniklinik heran, so die Klinikleitung gestern bei der Vorstellung der erweiterten Räume im 2. Untergeschoss.
Vor allem für Herz- und Schlaganfallpatienten sei die bisherige Intensivstation zu laut und zu hektisch, erklärt Chefarzt Dr. Sebastian Schimrigk. Patienten, die über einen längeren Zeitraum künstlich beatmet werden, müssen entwöhnt werden, d.h. nahezu sämtliche Körperfunktionen müssen wieder aufgebaut werden. Diese Beatmungsentwöhnung könne kaum eine andere Klinik leisten, erklärten Ärzte und Geschäftsführung gestern. „Wir versorgen damit den Bereich zwischen Rhein/Main, Aachen und Münster“, so Schwilk.
Stroke Unit erinnert nicht nur zufällig an TV-Sendungen wie Emergency Room. Mit der Erweiterung trage die Spezialeinheit der steigenden Zahl von Schlaganfall-Patienten Rechnung, so Prof. Lorenz.
Rund 10 Prozent des Jahresumsatzes von gut 100 Millionen Euro macht die Intensivmedizin aus, so Geschäftsführer Schwilk: „Die Kosten liegen darunter, das heißt, damit verdienen wir Geld, das wir anderswo brauchen – zum Beispiel in der typisch unterfinanzierten Notaufnahme.“
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