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Verkehrsausschuss

Gleis-Abbau sorgt für Irritationen

25.01.2011 | 20:08 Uhr
Gleis-Abbau sorgt für Irritationen
Werden weitere Bahngleise abgebaut?

Märkischer Kreis.Kopfschütteln erntete gestern Abend im Kreishaus das sture Festhalten der Hemeraner Politik am schnellen Abbau der Gleise zwischen Hemer und Menden.

Keiner in der Runde der Verkehrspolitiker des Kreises konnte nachvollziehen, warum die Stadt ausgerechnet jetzt, wo in ganz Westfalen-Lippe die Weichen für die Verkehrspolitik der nächsten Jahre gestellt werden, so demonstrativ Desinteresse am Erhalt der Schienenverbindung signalisiert.

Viele Wünsche – aber Umsetzung ist ungewiss

Das Abstimmungsverhalten des örtlichen Fachausschusses sei „nicht nachvollziehbar“ hieß es gestern auch von Seiten der Grünen. Diese hatten kurzfristig beantragt, dass sich der Kreis in seiner eigenen Stellungnahme noch nachdrücklicher als ursprünglich geplant für eine Aufnahme der Strecke zwischen Iserlohn und Menden in den zu erstellenden Nahverkehrsplan stark macht. Der Rest des Ausschusses folgte diesem Antrag in seltener Einmütigkeit und sprach sich damit auch dafür aus, eine Wiederaufnahme des Schienenverkehrs zwischen Iserlohn und Hemer zu prüfen. Immerhin hat eine Studie festgestellt, dass es nirgendwo in Westfalen-Lippe mehr Pendler ohne Schienenverbindung gibt, als zwischen Hemer, Menden und Iserlohn.

Auf Nachfrage räumte die Kreisverwaltung allerdings ein, dass die Strecke zwischen Hemer und Iserlohn „an einigen Stellen neu trassiert“ werden müsste, da die alte Eisenbahnschleife in Westig längst überbaut ist. Größtes Hindernis dürfte bei einer Reaktivierung ausgerechnet der neue Iserlohner Bahnhof sein, der quer auf die alte Trasse gebaut wurde. „Einen Schildbürgerstreich“ nannte dies gestern Manfred Kunkel von den Linken.

Verbindung nach Hagen nicht ausreichend

Unterstützung finden auch alle anderen Projekte, die von den Städten im Kreis gewünscht werden. So befürwortet der Kreis die Reaktivierung der Strecke von Meinerzhagen nach Brügge, eine schnellere Anbindung des Hönnetals an Dortmund und die Optimierung der Strecke zwischen Hagen und Lüdenscheid. Dass derzeit nach 21 Uhr kein Zug mehr nach Lüdenscheid fährt, sei „natürlich nicht ausreichend“ und auch morgens wird eine frühere Verbindung nach Hagen gewünscht.

Auf die Frage, wie realistisch die Umsetzung des gestern beschlossenen Forderungskataloges denn tatsächlich sei, antwortete die Verwaltung zurückhaltend. Mit dem Nahverkehrsplan würden zunächst lediglich die vorhandenen Defizite benannt. Was davon letztendlich wirklich umgesetzt wird, entscheide die Finanzlage des Zweckverbandes.

Jörg Jung

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