Genug ist nie genug
03.08.2010 | 16:40 Uhr 2010-08-03T16:40:00+0200
Märkischer Kreis.Mäuse, Knete, Kohle – nie bekommt man genug Taschengeld. Und am Ende des Taschengelds ist immer noch so viel Monat übrig.
Wer bekommt wie viel und gibt das meiste Geld wofür aus? Mit diesen Fragen sind wir auf die Straße gegangen. Schwer fiel die Antwort vor allem, wenn Freunde in der Nähe waren. Denn wer verrät, wie viel Taschengeld er bekommt, gibt mehr als nur eine Summe preis.
„Man will natürlich mit den anderen mithalten und sich nicht bloß stellen“, sagt Cindy (16). Höher, schneller weiter, mehr — ist da die Devise. „Die meisten lügen wahrscheinlich sowieso, wenn man sie fragt, wie viel sie bekommen.“ Cindy ist da nicht anders. Auch Freundin Ronja (15) will nicht richtig mit der Sprache herausrücken. „Das ist ein bisschen, als würde man sich ausziehen.“ Dann aber schreiben beide Mädchen auf, wie viel Geld sie bekommen und zeigen mir den Zettel. (Dabei bräuchten sie sich gar nicht zu schämen, denn sie bekommen einen ähnlichen Betrag und nach entsprechenden Empfehlungen der Jugendämter auch in einem normalen Bereich.)
Zumindest geben die beiden das Geld gemeinsam aus. Das meiste geht für Schminke drauf. „Es darf ja auch nicht irgendeine Wimperntusche sein“, sagt Ronja. „Und bei den billigen Marken ist bestimmt irgendwas drin“, setzt Cindy hinzu. Ronja geht außerdem einmal im Monat zur Maniküre. „Das bezahlen aber meine Eltern“, sagt sie schnell.
Negem Austin (14) aus Altena sagt ganz klar: „Ich bekomme 25 Euro Taschengeld im Monat“. Dafür muss er ab und zu zu Hause abwaschen. Das meiste Geld gibt er für Süßigkeiten und Bücher aus. Momentan spart er für das iPad, will aber warten, bis es etwas billiger ist.
Die 16-jährige Julia muss von ihren 30 Euro Taschengeld weder Kleidung noch Schulbücher selbst bezahlen. Trotzdem wandert der meiste Inhalt ihres Portemonnaies in die Kassen eines Klamottenladens. Die ihrer Meinung nach beste Strategie, um höheres Taschengeld zu bekommen, ist es, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und etwas für sein Geld zu tun. Da Julia letzteres aber selten tut, gibt es auch keine Taschengelderhöhung.
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