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Wirtschaft

Für Firma Gerhardi ist Krise kein Thema mehr

17.08.2010 | 20:29 Uhr
Für Firma Gerhardi ist Krise kein Thema mehr
Neue Spritzgussmaschine für die Firma Gerhardi an der Loher Straße

Lüdenscheid.Das Gesicht des neuen VW Passat, der im Herbst auf den Markt rollt, kommt aus Lüdenscheid. Genauer gesagt: aus den Werkshallen der Firma Gerhardi Kunststofftechnik am Loh.

Die Maschine, auf der die Firma Gerhardi das Kühlergitter des Wolfsburger Mittelklasse-Verkaufsschlagers produzieren wird, ist am Montag angeliefert worden.

Kühlergitter für den
neuen VW Passat

Es handelt sich um ein Schwergewicht: die Spritzgussmaschine, auf der neben dem Kühlergitter auch die Stoßfängerblenden des Passat hergestellt werden, habe eine Schließkraft von 650 Tonnen, erläuterte Thomas Dinter, einer der vier Geschäftsführer des Automobilzulieferers, die technischen Daten der Hybridmaschine mit elektrischem Antrieb. Hersteller ist der Münchener Maschinenbauer Krauss-Maffei.

„Dem Unternehmen geht es nicht schlecht“, fasste Dinter die Geschäftsentwicklung seit dem Beginn der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 zusammen. Als Zulieferer der deutschen Premiummarken Mercedes, BMW und Audi profitiere Gerhardi vom Wachstum auf den riesigen Märkten Asiens und Nordamerikas. Wenn in China auch nur ein Prozent der Bevölkerung zu Wohlstand komme, bedeute dies eine Nachfrage nach Oberklasse-Autos im zweistelligen Millionenbereich.

Derzeit werde bei Gerhardi im 6-Tage-Betrieb in 18 Schichten gearbeitet, beschrieb Dinter die Auftragslage. Kurzarbeit sei schon längst kein Thema mehr. Nur im März letzten Jahres, zum Höhepunkt der Krise, habe es bei Gerhardi einen Monat Kurzarbeit gegeben.

In diesem Jahr verzeichne das Unternehmen einen starken Umsatzanstieg, nicht nur im Vergleich zum Vorjahr, als man auch an der Schlittenbacher Straße einen herben Einbruch verzeichnete. Um 25 Prozent liege man beim Umsatz inzwischen wieder über dem Vergleichswert von 2008.

Gerhardi beschäftigt 1077 Mitarbeiter an drei Standorten. Neben dem Stammsitz Lüdenscheid mit 350 Beschäftigten arbeiten 600 Leute in Ibbenbüren und 100 in Werdohl.

Rolf Bähner

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