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Kohlenmonoxid

Familie nach Vergiftung außer Lebensgefahr

13.02.2012 | 17:29 Uhr
Familie nach Vergiftung außer Lebensgefahr

Lüdenscheid.Die vierköpfige Familie, die in der Nacht zum Sonntag eine massive Vergiftung durch Kohlenmonoxid erlitten hatte, schwebt nicht mehr in Lebensgefahr. „Alle sind auf einem wirklich guten Weg“, bestätigte gestern Susanne Dopheide, Sprecherin des Uni-Klinikums Düsseldorf, in dem die Patienten – Vater, Mutter und zwei Kinder im Alter von sieben und acht Jahren – in einer Überdruckkammer entgiftet wurden und auch in den kommenden Tagen weiter behandelt werden.

Damit scheint der Unfall an der Schubertstraße letztlich glücklich verlaufen zu sein, der auch durchaus hätte tödlich verlaufen können. So wurde auch die Kriminalpolizei eingeschaltet, weil zumindest ein Anfangsverdacht auf ein Körperverletzungsdelikt vorliegen könnte – etwa in dem Fall, dass bei der Montage geschlampt wurde.

Die Problematik solcher Fälle ist bei der Feuerwehr bestens bekannt. Entweder durch einen Defekt des Brenners oder fehlende Belüftung der Anlage kommt es zu einer unsauberen Verbrennung. Die wiederum produziert unmerkbar für die Bewohner Kohlenmonoxid, das sonst zusammen mit Sauerstoff zu Kohlendioxid verbrannt wäre.

Man riecht es nicht, man schmeckt es nicht, und schon geringe Konzentrationen bewirken eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Beim Verdacht auf eine solche Gefahrenlage geht auch die Feuerwehr nur unter Atemschutz und mit Messgerät in die Wohnungen. Kohlenmonoxid- und Gasmelder seien in jedem Baumarkt erhältlich, sagt beispielsweise Wachabteilungsleiter Friedrich Diebel von der Lüdenscheider Feuerwehr.

Kombimelder für Gas und Kohlenmonoxid

Und er warnt dringend davor, in der kalten Jahreszeit mit zusätzlichen Heizgeräten wie gasgetriebenen Heizpilzen, -strahlern oder -schienen

zu arbeiten. Die seien ausdrücklich und zu Recht nur für draußen zugelassen.

Auf einen weiteren Sachverhalt weist Christoph Schulte, Innungsobermeister der In-stallateure und Heizungsbauer in Lüdenscheid, hin. Wer die Heizungsanlage regelmäßig warten lasse, werde in der Regel keine Probleme bekommen. Was passieren könne, seien dichte Schornsteine, wenn dort Vögel ein Nest hineingesetzt hätten. Wichtig sei, dass der Brenner ausreichend Sauerstoff bekomme – durch die Lüftungsschlitze selbst wie durch regelmäßig zufließende Außenluft. Fatal könne es werden, Lüftungsschlitze in der Badezimmertür abzudichten, wenn dort eine Gastherme arbeitet.

Auf Nummer sicher gehe man mit einem entsprechenden Melder. Für rund 150 Euro plus Montage seien Kombigeräte für Gas und Kohlenmonoxid im Fachhandel zu bekommen.

Auch für die Lüdenscheider Wohnstätten AG ist das Thema – allerdings regelmäßig. Sowohl Handwerker wie Schornsteinfeger hätten die Anlagen im Blick. Nach einem längeren Leerstand und Neubezug der Wohnung werde routinemäßig auch die Heizungsanlage gecheckt.

Florian Hesse

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