Erfolgreich im schwierigen Geschäft der Autozulieferer
11.09.2008 | 15:01 Uhr 2008-09-11T15:01:00+0200„Wir kennen uns vom Sehen“, lautet ein Slogan des Automobilzulieferers Gerhardi Kunststofftechnik, der treffender kaum sein könnte: Denn wohl jeder Bergstädter kennt den innenstadtnächsten Industriebetrieb Lüdenscheids vom Sehen.
Und er kennt dessen hervorstechendste Produkte: Embleme, Kühlergitter und Stoßfängerblenden für Fahrzeuge renommierter deutscher Autobauer: Audi, BMW, Mercedes, Porsche und VW. „Deren große Chefs stellen sich immer gerne vor das Kühlergitter ihrer Karossen“, freute sich Thomas Dinter, Mitglied der Geschäftsführung von Gerhardi, als er eine ungewöhnlich große Besuchergruppe der Wirtschaftsjunioren und des Wirtschaftskreises Lüdenscheid den Betrieb an der Schlittenbacher Straße führte.
270 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen auf 19 000 Quadratmetern, 70 von ihnen arbeiten in der Verwaltung und der Entwicklungsabteilung des Unternehmens, das Niederlassungen in Ibbenbüren und Werdohl hat.
„Wir sind länger hier als die Stadt”
Insgesamt erwirtschaften 750 Mitarbeiter einen Umsatz von rund 100 Millionen Euro jährlich - mit steigender Tendenz. Im schwierigen Geschäft der Automobilzulieferer ist das Unternehmen äußerst erfolgreich unterwegs, seit im Jahr 2000 fünf Gerhardi-Manager beschlossen, den damals defizitären Betrieb zukünftig in eigener Regie auf Touren zu bringen. Dinters besonderes Lob ging dabei an die Belegschaft: „Die Leute haben das Unternehmen mitgestemmt.“ Der Rundgang stand unter einer Fragestellung, die Dr. Sven Hering, Sprecher der Wirtschaftsjunioren, vorgegeben hatte: „Jeder von uns möchte gerne sehen, wie das von innen aussieht.“
Und Thomas Dinter, der - genauso wie Geschäftsführer Reinhard Hoffmann - eine Besuchergruppe durch die Hallen führte, enttäuschte die Gäste nicht. Viele der Teile, die den Besuchern begegneten, waren alte Bekannte, bei anderen verdeutlichte Dinter das breite Spektrum an Teilen, die vom Mini bis zum Laster das Aussehen heutiger Automobile mitprägen. Das größte Bauteil ist dabei eine Sonnenblende für Renault-Lastwagen. Auch die LKW-Bauer Volvo, Scania und MAN beziehen Teile von Gerhardi - ein Wachstumsmarkt.
Natürlich verstehe man den Wunsch des Bürgermeisters nach weniger Lkw-Verkehr im Stadtzentrum. Doch die Firmengeschichte, die 1805 am Standort Schlittenbacher Straße begann, begründe doch gewisse Rechte, rückte Dinter die historischen Tatsachen zurecht: „Wir sind schon länger hier als die Stadt.“
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