Ellen Schwiers erfüllt sich einen Herzenswunsch
04.01.2011 | 14:57 Uhr 2011-01-04T14:57:00+0100
Lüdenscheid.Sie hat es sich schon 1978 bei der deutschen Erstaufführung vorgenommen, jetzt hat sie es in die Tat umgesetzt: Ellen Schwiers spielt die Fonsia Dorset in dem Schauspiel „Gin Rommé – The Gin Game“, das im Schauspielabonnement C vom Tourneetheater „Das Ensemble“ Jacob-Schwiers am Mittwoch, den 16. Februar ab 19.30 Uhr im Kulturhaus Lüdenscheid gezeigt wird.
Bei der Erfüllung ihres „Herzenswunsches“ war es ihr „eine besondere Freude“, dass sie die Rolle mit ihrem Bruder Holger als Partner spielen kann. Diesen habe nach seinem großen Erfolg als Jedermann die Figur des bärbeißigen Weller Martin, der in seiner Sturheit so herrlich komisch sein könne, besonders gereizt. Geboten wird das Stück in einer Neuübersetzung von Barbara Christ in der Inszenierung von Jan Aust und Katerina Jacob.
Weller Martin lebt seit einem Herzinfarkt im Altersheim, wo er sich stur der „fürsorglichen Belagerung“ durch das Pflegepersonal verweigert. Fonsia Dorsey scheint sich mit den Heimverhältnissen besser arrangiert zu haben. Wellers Leidenschaft für das Kartenspiel „Gin Rommé“ führt die Beiden zusammen. Die Karten werden zum Bindeglied und zum Katalysator für Konflikte, Lebenslügen werden aufgedeckt und die Temperamente machen sich Luft, besonders bei Weller, weil Fonsia Dorsey mit schöner Regelmäßigkeit das Spiel gewinnt. „Gin Rommé“ wurde 1978 mit dem Pulitzer-Preis für Theater ausgezeichnet und hat noch nichts von seiner Brisanz eingebüßt, wie die aktuellen Diskussionen um die Zustände in Altersheimen und um die Probleme der immer älter werdenden Gesellschaft zeigen.
Ellen Schwiers steht seit mehr als 60 Jahren im Beruf. Sie spielte in etwa 50 Filmen und mehr als 150 Fernsehproduktionen mit. 1982 gründete sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter, Peter und Katerina Jacob, das Tourneeunternehmen „Das Ensemble“. 1989 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und 1995 die Verdienstmedaille Baden-Württembergs unter anderem für ihre Verdienste um die Burgfestspiele Jagsthausen, deren Leiterin sie mehrere Jahre war. Für ihre Darstellung der Martha Jellneck in dem gleichnamigen Stück wurde sie mit dem Ersten Preis der Inthega, der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen, ausgezeichnet.
Mehrfach prämiert
Holger Schwiers, der jüngere Bruder von Ellen Schwiers, machte sein Schauspieler- und Regiediplom an der Hochschule für Darstellende Kunst in Hamburg und hatte dann Engagements an verschiedenen Bühnen als Schauspieler und Spielleiter. Im Fernsehen war er in verschiedenen Serien zu sehen. Seine Inszenierungen für Tourneen wurden mehrfach mit Inthega-Preisen ausgezeichnet.
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