„Die waren schon immer hier...”
23.03.2009 | 18:02 Uhr 2009-03-23T18:02:00+0100Lüdenscheid. „So lange ich denken kann, sind die schon hier”, sagt vorm Schaufenster eine alte Frau zu ihrem Mann. Und der: „Die waren schon immer hier.”
Mitte April geht im Lüdenscheider Einzelhandel ein Ära zu Ende. Blumen Moskob verabschiedet sich bis dahin von den Stammkunden, von einer über 120-jährigen Tradition und von einem Standort am Knapp, dem man über 100 Jahre die Treue gehalten hat.
Gärtnerstunde für 0,50 Reichsmark
Inhaber Hans Moskob wird sich beruflich neu orientieren, doch das Ladenlokal geht nicht an eine anonyme Kette: Nachfolger wird die Jünger Optik GmbH, die Anfang Mai vom Haus Knapper Straße 19 zur Nr. 23 wechselt.
Den Anfang nahm alles 1887 mit Wilhelm Moskob, und zwar – bezeichnenderweise – an der Gartenstraße. 1904 wechselte die damalige „Kunst- und Handelsgärtnerei” an die Augustastraße 7 und betrieb parallel ab 1901 den Laden für „Blumensamen und Gemüsesämereien” am Knapp. Der endgültige Standort wurde 1916 im Haus Knapper Straße 23 gefunden. Die Rechnungen aus dieser Zeit weisen interessante Preise aus: Ein Trauerkranz war für zwei Reichsmark zu haben, die Gärtner-Arbeitsstunde kostete 0,50 Reichsmark.
Inzwischen ist es die vierte Generation der Moskobs, die das Geschäft führt. Hans Moskob bis heute, Karin Moskob, die heute in Neuss lebt, bis 1999.
Die Gründergeneration, die Eheleute Wilhelm und Helene Moskob, hatten das Geschäft 1924 an ihren Sohn Wilhelm weitergegeben – Helene hatte im Alter von 85 Jahren noch im Laden gestanden.
Geschäft in der
vierten Generation
Wilhelm und seine Frau Margarete brachten Gartenbaubetrieb und Blumenladen über den Krieg. 1948 übernahm Floristikmeisterin Elisabeth Moskob das elterliche Geschäft, ab 1960 waren es Gärtnermeister Heinz und Renate Moskob. 1975 folgte der Wechsel auf Helmut und Erika, in deren Ägide das Geschäft 1987 auch den 100. Geburtstag feiern konnte.
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