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Die Spitzen der Skier beim Langlauf fest im Blick

20.02.2010 | 05:00 Uhr
Die Spitzen der Skier beim Langlauf fest im Blick

Märkischer Kreis. Der Kohlberg liegt nicht in Kanada. Auch das Ebbe ist kein Höhenzug bei Vancouver. Wintersport geht trotzdem – gerade in diesem Superwinter. Bei Olympia sieht manches ganz leicht aus. Wir wollten es wissen und testen Disziplinen: Untrainierte Journalisten auf Schnee und Eis.

Das Ebbe soll schön sein. Vor allem die Aussicht. Ich habe nichts gesehen – außer den Spitzen meiner Ski und den nächsten Meter Ebbekammloipe. „Gestern waren die Zweige an dem Baum da noch komplett weiß”, genießt Theo Koslar nicht nur den grandiosen Ausblick über Reblin, sondern auch die Kleinigkeiten am Wegesrand.

Ein einziges Mal hatte ich bisher auf Skiern gestanden. Das ist 38 Jahre her – meine Mutter freute sich über meinen Start an den Neuenrader Stadtmeisterschaften. Fast genauso lange geht Theo Koslar in die Loipe. Regelmäßig war er bei den 15-Kilometer-Rennen auf Verbandsebene des Westdeutschen Skiverbands mit von der Partie, 1983 beim schwedischen Klassiker, dem Wasa-Lauf.

„Bis du den ersten Schwung drauf hast, ist der Theo am Horizont verschwunden”, scherzte der sportliche Kollege, auf dessen Ski ich die ersten wackligen Gehversuche mache. „Ich muss mir keine Startnummer mehr umbinden”, sagt Koslar. Drei-, viermal die Woche ist er trotzdem in der Loipe.

Schwung mit dem Doppelstock

Unter Anleitung von Theo Koslar steht WR-Redakteur Volker Lübke erstmals auf Langlaufski.

Um die Möglichkeit zu haben, hat er eigens den Förderverein Ebbekammloipe mitgegründet. Umso ärgerlicher, wenn Spaziergänger die Spur zertrampeln. „Dafür walzen wir doch extra in der Mitte des Weges”, bitten die Langläufer um Rücksichtnahme in den wenigen Wochen, die ihnen der Winter bietet. Den ersten Schritten folgt der Schwung mit dem Doppelstock. Bergab: „Uuiiiih” – geschafft. Ich bin froh, dass es wieder leicht bergauf geht, ich die Kontrolle wieder habe.

Nach gut anderthalb Kilometern wird mir warm. „Sie werden sicherer”, stellt der Experte neben mir fest. Stockhaltung, Beinschwung, halbwegs aufrechte Körperhaltung und nicht zuletzt die Balance verlangen meinen ganzen Einsatz. Nach knapp vier Kilometern höre ich jede Menge Lob.

Ich glaube nicht, dass es gerechtfertigt ist. Was ich gelernt habe? Langlauf könnte mir durchaus Spaß machen. Vor allem aber dies: Selber ausprobieren hilft auch beim Olympia-Gucken. Ich habe – mit Theo Koslars nachsichtiger Hilfe – wenigstens ansatzweise das Gefühl kennengelernt.

Volker Lübke

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