Die Sau ist los
10.07.2008 | 10:38 Uhr 2008-07-10T10:38:00+0200In der Dunkelheit der Nacht über die Talstraße „rübergemacht”: In den letzten Wochen wurden Wildschweine im kleinen Wäldchen am Ende des Ramsberges/Luisental gesichtet.
Ordnungsamt und Kreis sind informiert, aber was macht man, wenn plötzlich ein Wildschwein den Garten umgräbt? Forstdirektor Bernd Schmitt: „Der sicherste Schutz ist ein stabiler Zaun.” Der müsste allerdings mindestens 1,50 Meter hoch sein und 40 Zentimeter in die Erde eingegraben werden, damit die Sau sich nicht drunter her gräbt.
Weil aber nicht jeder Hausbesitzer dafür Geld ausgeben will, kann es vor allem in den Randgebieten vorkommen, dass sich ein Wildschwein in den Garten verirrt. „Die Tiere gehen dem Menschen normalerweise aus dem Weg. In der Regel reicht es schon, wenn man sie mit Lärm verscheucht”, so der Tipp von Bernd Schmitt. Meist nehmen die Tiere alle vier Beine in die Hand.
Was man nie tun sollte, ist das Wildschwein in die Enge treiben. Dann könnte es „ösig” werden. Auch ganz schlecht: ein Hund. Darauf reagieren die nachtaktiven Tiere ebenfalls allergisch. Besser: Den Hund an die Leine nehmen oder wegsperren. Auch bei einer Bache mit ihren Jungen sollte man vorsichtig sein. Sie will ihren Nachwuchs unbedingt verteidigen. Weil das Wildschwein „herrenlos” ist, steht der Hausbesitzer mit seinem Problem alleine da. Den Schaden muss er selber tragen und die Polizei kann er nur rufen, wenn konkrete Gefahr besteht. Beispiel: Das Schwein verwüstet gerade das Wohnzimmer.
Schweine am Alexanderplatz
Durch den milden Winter ist die Population der Wildschweine stark angestiegen. Natürliche Feinde hat das Tier nicht und das Nahrungsangebot ist sehr groß. So bieten die Kyrill-Brachen den idealen Rückzugsraum, denn hier kommt kein Jäger hin. Da die Wildschweine schlaue Tiere sind, drängen sie auch immer weiter in die Stadt. Schließlich können sie hier nicht bejagt werden. In Berlin sind sie schon zu einem echten Problem geworden. Da wurden sogar schon Tiere am Alexanderplatz gesichtet.
Aber auch andere Wildtiere tummeln sich schon in Lüdenscheids Gärten. Eichhörnchen und Igel sind schon normal, Marder und Greifvögel wurden ebenfalls schon am Ramsberg und im Luisental gesichtet. Füchse und Waschbären halten sich zurück und ziehen die Wälder vor – noch.
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