Denglisch in der City
13.01.2012 | 16:44 Uhr 2012-01-13T16:44:00+0100
Lüdenscheid. Haben Sie in der Stadt schon mal auf Werbeschilder oder auf die Sprüche geachtet, mit denen Geschäftsinhaber Kunden locken? Um englische Schlagwörter, Marken und Aussprüche kommt man dabei kaum herum.
So wirbt das Modegeschäft TK Maxx zum Beispiel mit „Big labels, small prices“ statt mit „große Marken, kleine Preise“. Bei der MVG kaufen Schüler das Fun Ticket, es heißt Event, statt Veranstaltung, Lift statt Fahrstuhl und Kinder können sich zu Karneval als „Beautiful Butterfly“, statt als Schmetterling verkleiden. Englische Werbesprüche sind aber nicht nur bei großen Ketten zu finden. Auch kleine Läden nutzen die englische Sprache. So wird aus „großer Döner“ an der Knapper Straße „Big Döner“ und beim Friseur wird aus „Schneiden und Färben“ ganz schnell „Cut and Color“.
Die Vermischung hat ihre Tücken
„Denglisch“ auch beim First Reisebüro „Wir nehmen Urlaub persönlich“ oder City Center Reisebüro. Doch „Kaffe to go“, wie ihn ein Bistro an der Knapper Straße anbietet, ist in beiden Sprachen falsch.
Die Vermischung hat ihre Tücken. Nach einer Umfrage der Werbeagentur Endmark können nur wenige Deutsche etwas mit englischen Werbeslogans anfangen. So kommt es auch zu falschen Übersetzungen. Scheinanglizismen schleichen sich ein. Bei diesen Wörter hat es den Anschein, dass sie dem englischen Entspringen. In der Realität ist es jedoch oft so, dass es diese Wörter entweder in der englischen Sprache gar nicht gibt oder sie eine komplett andere Bedeutung haben. Zwei Beispiele: Das Handy, jeder hat eines in der Tasche. Im englischen ist „handy“ aber ein Adjektiv, das „praktisch“ oder „handlich“ bedeutet. Das durch den Fußball bekanntgewordene „Public viewing“ oder auch „Rudelgucken“, würde man in England mit Leichenschau übersetzen.
Englische Slogan sollen junge Kunden locken. Gamestop wirbt im Stern-Center mit „Power to the player“, („Macht den Spielern“). New Yorker sucht sogar Mitarbeiter mit einem Schild „Career – enter here“. Doch geht es gar nicht mehr ohne englische Werbesprüche? Zumindest mittwochs und samstags zeigt sich der Markt in traditioneller weise ganz ohne Anglizismen. Und je weiter es weg vom SternCenter und Umgebung geht, desto weniger englische Begriffe tauchen auf. Ein Pizzaservice ist unter der „Nummer gegen Hunger“ zu erreichen, Sport Schriever verkauft immer noch Heimtrainer und Kik wirbt mit „Kleider clever kaufen“ - Clever ist zwar auch aus dem englischen, hat aber schon längst Eingang in den Duden gefunden. Unseren Sieger für einen deutschen Werbespruch ist ein Bäcker auf dem Wochenmarkt: „Manche backen mit Mehl, wir backen mit Leidenschaft.“
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