Den Kämmerern geht das Geld aus
14.05.2009 | 20:44 Uhr 2009-05-14T20:44:00+0200
Die Folgen der Wirtschaftskrise sind inzwischen in allen Städten und Gemeinden des Kreises zu spüren. Ohne drastische Sparmaßnahmen droht vielerorts die Haushaltssicherung. Ein Überblick:
Iserlohns Kämmerer hat die Reißleine gezogen: Mit einer Ausgaben-Sperre in Höhe von 33 Prozent auf alle Etatposten versucht Friedhelm Kowalski, die Folgen der Krise abzumildern. Iserlohn muss damit rechnen, dass die Gewerbesteuereinnahmen um 16 Millionen Euro einbrechen, ein weiteres Minus droht bei der Einkommenssteuer. Insgesamt könnte sich das Defizit auf rund 30 bis 40 Mio. Euro summieren. Inzwischen geht der Stadt die Liquidität aus. Für den Rathaus-Betrieb stehen noch 800 000 Euro zur Verfügung – nicht genug, um auch nur die monatlichen Personalkosten zu decken. Die Kämmerei erwartet, dass sich der Kassenkreditbestand vom heutigen Stand Null bis zum Jahr 2012 auf rund 100 Mio. Euro auftürmen könnte. tp
In der großen Krise rutscht Werdohl tief in die roten Zahlen. Das Haushaltsdefizit liegt in diesem Jahr bei 18,4 Mio. Euro. Im November hatte die Prognose bei nur 11,4 Mio. Euro gelegen. Auf der Gegenseite brechen die Einnahmen aus der Gewerbesteuer weg. Lag die Schätzung vor vier Monaten noch bei 13 Mio. Euro für dieses Jahr, wird jetzt nur noch maximal 1 Million erwartet.
Mit aktuell zwischen 42 und 43 Mio. Euro liegen die Gewerbesteuereinnahmen in Lüdenscheid derzeit etwa 20 Prozent unter dem Haushaltsansatz. 2008 nahm die Stadt noch 60 Mio. Euro ein – ein einmaliger Ausreißer, wie Kämmerer Karl Heinz Blasweiler betont. Für eine verlässliche Beurteilung der Gewerbesteuerentwicklung sei es noch zu früh, so Blasweiler.
Mit einem Drei-Millionen-Euro-Defizit rechnet Herscheid angesichts dramatisch sinkender Steuereinnahmen. Die Folge: ein Haushaltssicherungskonzept. 3,7 Mio. Euro gingen 2008 an Gewerbesteuer ein, für 2009 hofft Kämmerer Uwe Schmalenbach, dass der Betrag wenigstens um 800 000 Euro liegen wird. Mit dem zur Verfügung stehenden Geld kann aufgrund des Nothaushaltsrechts nur das geleistet werden, was die Gemeinde gesetzlich und vertraglich leisten muss oder was zur Aufrechterhaltung der Verwaltungstätigkeit nötig ist.
In Plettenberg liegt die Gewerbesteuereinnahme derzeit nur noch bei 13 Mio. Euro. Das ist etwa halb so viel wie im Vorjahr. Zwar sei der anfänglich „erdrutschartige Rückgang” laut Kämmerin Andrea Vollmer vorbei, doch sei das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht. Die Liquiditätsreserve der Stadt ist im ersten Quartal von 16,3 auf 8,3 Mio. Euro gesunken.
Auch in Altena brechen die Gewerbesteuer-Einnahmen weiter ein: Kämmerer Stefan Kemper kalkuliert mit „deutlich unter 6 Mio. Euro” statt der eingeplanten 9,5 Mio.. Die absolute Mehrheit der Altenaer Firmen arbeitet kurz – entsprechend weniger Gewerbesteuern fließen ins Stadtsäckel. Vor einem Jahr hatte Kemper bereits 5,5 Mio. Euro an Vorauszahlungen in der Kasse, im Moment sind es gerade 2,8 Mio.. Bürgermeister Hollstein: „So eine Krise haben wir alle noch nicht erlebt.” Die Stadt allein (ohne Eigenbetriebe) steht mit fast 50 Mio. Euro in der Kreide. Das entspricht bei einer Bilanzsumme von 141 Mio. einem Verschuldungsgrad von rund 35 Prozent.
Auch Hemer muss drastisch sparen. Ziel ist es, den Haushalt bis 2014 auszugleichen. Dies soll u.a. durch höhere Gewerbe- und Grundsteuern erreicht werden. Zusätzlich legte die Verwaltung einen ganzen Aktenordner voller Einsparungmöglichkeiten vor: Kürzungen bei Stadtbücherei, Sportförderung, Schulen und Musikschule. Die Hundesteuer soll angehoben werden. Den dicksten Sparbeitrag will die Verwaltung selbst leisten. Bis 2014 sollen die Personalkosten um 1,2 Mio. Euro gesenkt werden. „Die Landesgartenschau ist nicht der Grund für das Defizit”, so Bürgermeister Esken.
Auch den Märkischen Kreis hat die Wirtschaftskrise voll erwischt. Allein der Arge MK fehlen drei Mio. Euro, wie Geschäftsführer Volker Riecke am Mittwoch im Sozialausschiss informierte.
Gegenbeispiel
Die Stadt Kierspe arbeitet seit Jahren mit Nothaushalt. „Jetzt ist der freie Fall der Gewerbesteuer gestoppt”, so Kämmerer Martin Gebhardt. Statt 1,9 Mio. Euro, wie bei der Etatplanung angenommen, schlagen jetzt „nur” 1,4 Mio. € Minus zu Buche.
02:49
Kleiner Tipp:
MwSt. für Lebensmittel auf 25 %
Dann sind fast alle Hartz IV-ler in ca. 6 Monaten verhungert: Wäre doch richtig Geil für die Arbeitslosenstatistik oder?
01:23
höhne hat RECHT,die 1€ jobs werden demnächst abgeschafft........(bringen nichts und haben nicht das bewirkt wozu sie gedacht waren!!)
noch so eine gescheiterter versuch,die bevölkerung ,insbesondere die harzis,für doof zuverkaufen!!
13:58
Hallo Klugscheißer. (den Namen hast Du dir ausgesucht) Den Sinn der 1-Euro Jobs hast du gut beschrieben. Leider vergisst Du das man heutzutage bereits nach 1 Jahr Arbeitslosigkeit bei Hartz landet, selbst wenn man vorher 20 Jahre gearbeitet hat. Bei der Arge erwartet die Kunden
dann in den allermeisten Fällen ein 1-Euro Job, oder man wird sofort sanktioniert. Die Absenkung der Lohnniveaus higegen ist in keiner Weise ein Argument für irgendetwas. Es ist dagegen eine logische Folge der 1-Euro Jobs. Wer hier keine Ahnung hat kann sich ja jeder Leser selbst überlegen.
Freundliche Grüße
23:16
Lieber Norbert!
Du hast anscheinend selber nicht den Sinn von 1 Euro Jobs verstanden. Diese Jobs sind in ihrem ursprünglichen Sinne dafür vorgesehen Leute die jahrelang arbeitslos gewesen sind und dadurch Grundtugenden wie Pünktlichkeit, Durchhaltevermögen etc verlernt haben sollen dadurch wieder an den Arbeitsprozeß herangeführt werden. Natürlich muß in dem einen oder anderen Fall auch die Arbeitswilligkeit getestet werden. Von daher finde ich das Argument der Absenkung des Lohnniveaus einfach nur lächerlich und zeigt mir , dass Du von dieser Materie und von dem Personenkreis der in diesem Bereich beschäftigt ist - leider keine Ahnung hast.
Liebe Grüße!
11:44
Sehr geehrter Olio,
diese Dümmschwätzerei.... ist gewissenschaft recherchiert und in allen Einzelheiten belegbar. Die Tatsachen sind nur in der Öffentlichkeit nicht bekann und werden tunlichst verschwiegen.
Mit freundlichen Grüßen,
Norbert Höhne
09:08
Was für eine Dümmschwätzerei...
12:53
Der Arge fehlen drei Mio. Euro
Dramatische Zahlen im Kreis-Sozialausschuss
Wenn der Arge 3 Millionen fehlen, dann gibt es dazu einen ganz einfachen Lösungsvorschlag. Denn seit es die Arge gibt, werden von ihr jährlich bis zu 7 Millionen für 1-Euro-Jobs ausgegeben. Dabei handelt es sich nicht um die zwingend notwendigen Regelleistungen für die betroffenen Arbeitslosen, sondern eigentlich um Zuwendungen an „gemeinnützige Institutionen“, die sich durch 1-Euro-Jobber sanieren! Diese Ausgabe ist für Erwerbslose sinnlos, wenn man weiß:
1-Euro-Jobber werden häufig unter Androhung von Leistungskürzungen zu Arbeiten gezwungen, die sie eigentlich ablehnen müssten. 1-Euro-Jobber verschwinden damit automatisch aus der Arbeitslosenstatistik. Durch 1-Euro-Jobber werden systematisch reguläre Arbeitsplätze vernichtet. Der Werkhof (Gemeinnützige GmbH) handelt zum Beispiel mit Gebrauchtmöbeln und wird doch durch 1-Euro-Jobber finanziert. Allein die Stadt Iserlohn beschäftigt ca. 300! 1-Euro-Jobber als Hilfsarbeitskräfte, was der Kommune im Schnitt noch 400 € pro 1-Euro-Jobber monatlich zusätzlich in die Kassen spült. Das sind 120.000 € monatlich. Das Gesamtlohnniveau sinkt durch 1-Euro-Jobs erheblich, was sich letztlich auch auf unserer aller Renten auswirkt. Krankenhäuser, Kirchengemeinden soziale Einrichtungen usw., die 1-Euro-Jobber beschäftigen sind überdies in einer Zwickmühle, denn bisher waren sie auf ehrenamtliche Helfer angewiesen, um ihre Arbeit tun zu können, heute nehmen sie lieber immer mehr 1-Euro-Jobber, denn das bringt ja noch zusätzliches Geld in die Kassen.
Das Fazit: Schluss mit den arbeitsplatzvernichtenden, rentenkürzenden, unsozialen 1-Euro-Jobs die obendrein noch gegen § 12 GG (Zwangsarbeit) verstoßen und niemanden, auch den Arbeitslosen nichts nützen. Dann hat die Arge wieder Geld genug.
Mit freundlichen Grüßen,
Norbert Höhne