Chemiker auf der Spur des Unsichtbaren
30.11.2009 | 17:44 Uhr 2009-11-30T17:44:18+0100Märkischer Kreis/Hagen. Mit Unterstützung der umliegenden Kreise konnte das Chemische Untersuchungsamt in Hagen jetzt einen Ultra-Hochdruckflüssigkeits-Chromatographen mit massenspezifischer Detektion anschaffen.
330 000 Euro hat das Gerät gekostet. 20 Prozent der Summe hat Hagen übernommen, die restlichen 80 Prozent teilen sich der Märkische und der Ennepe-Ruhr-Kreis. Einen Gerät dieser Qualität besitze nicht einmal jede Chemische Uni-Fakultät. „Wir stoßen in neue Dimensionen vor", freut sich Abteilungsleiter Dr. Thorsten Münstedt. „Wir können Stoffe nachweisen, deren Existenz wir bisher nur erahnen konnten."
Wie alles, was das Untersuchungsamt tut, dient auch der Chromatograph dem Verbraucherschutz. In bisher nicht gekannter Exaktheit ermöglicht er eine hochempfindliche Bestimmung unerwünschter Stoffe, die in geringsten Mengen in Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen und Kosmetika auftreten. Da ist zum Beispiel Acrylamid, das in stärkehaltigen und stark erhitzten Lebensmitteln, etwa Pommes frites, auftritt und als Krebs erregend gilt. Oder die berüchtigten Weichmacher, die Kunststoffen zugesetzt werden, in Spielzeug für Kleinkinder jedoch strikt verboten sind.
Auf der anderen Seite kann der Chromatograph sogenannte Minorkomponenten aufspüren, Vitamine etwa oder bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe, mit denen die Industrie aufgrund ihres gesundheitsfördernden Effektes wirbt.
„Damit wird das Chemische Untersuchgungsamt in die Lage versetzt, den Verbraucherschutz deutlich zu verbessern", sagt der Leiter der Behörde, Dr. Jürgen Hild.
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