Bildung ohne Schulbesuch
25.07.2007 | 04:44 Uhr 2007-07-25T04:44:14+0200Lüdenscheid. Er lässt nicht locker: Jan Edel, Kämpfer für die Abschaffung der Schulpflicht, hat jetzt ein Buch herausgebracht. "Schulfreie Bildung - Über die Vernachlässigung schulfreier Bildungskonzepte in Deutschland" heißt das Werk, das sich auf 302 Se
Der Autor, Jahrgang 1965, ist nach wie vor davon überzeugt, dass Bildung "ganz ohne Schule auskommen kann", bekräftigte er gestern gegenüber der WR. Dabei verweist er sowohl auf die europäischen Nachbarn Deutschlands wie auf die internationale Situation. Hausunterricht "wird in allen freien Ländern der Erde zunehmend als sinnvolle Alternative zum Schulbesuch anerkannt und gewürdigt", sagt der Lüdenscheider. Nur eben in Deutschland nicht.
In seinem Buch geht er auf die Erfahrungen ein, die verschiedene Familien im In- und Ausland mit Hausunterricht gemacht haben. Auch die Lüdenscheider Familie Skeet, die im letzten Jahr Deutschland den Rücken gekehrt hat und nach Großbritannien ausgewandert ist, um der Schulpflicht zu entgehen (WR berichtete), kommt darin vor. "Das Buch ist eine Dokumentaion", beschreibt Jan Edel, von Beruf Diplom-Ingenieur. Er trägt zusammen, was es mit Bildungskonzepten ohne Schule auf sich hat.
Edel hat in der eigenen Familie Erfahrungen mit Hausunterricht gemacht - "mit gutem Erfolg", wie er sagt. Der Lüdenscheider ist Vater von von fünf Kindern, von denen drei schulpflichtig sind. Gemeinsam mit seiner Frau Stephanie (Diplom-Kulturpädagogin) hat er die Kinder mehrere Jahre zu Hause unterrichtet. Mittlerweile besucht der Nachwuchs die Schule, denn: "In Deutschland wird der Hausunterricht nicht einmal geduldet", stellt Edel fest.
Das geht nicht zuletzt aus einem Schriftwechsel des Vereins "Schulbildung in Familieninitiative", dessen erster Vorsitzender Edel ist, und dem nordrhein-westfälischen Schulministeriums hervor.
Ministerium beharrt auf Schulpflicht
Im Oktober letzten Jahres hatte er erneut für mehr Toleranz gegenüber den Eltern, die ihre Kinder lieber zu Hause unterrichten möchten, geworben. Aus dem Düsseldorfer Schulministerium gab es eine klare Absage; die Behörde beharrt auf der Schulpflicht: "Die Schule ist nicht nur für die reine Wissenvermittlung da, sondern sie soll unsere Kinder und Jugendlichen zu mündigen Staatsbürgern erziehen, die sich in einer pluralistischen Gesellschaft zurechtfinden und behaupten können."
20:54
Ich finde das auch alles andere als gut, dass Hausunterricht in Deutschland nicht möglich ist. Natürlich muß, wie das auch in Österreich der Fall ist, eine Prüfung am Schuljahresende zeigen, ob die Kinder das Ziel erreicht haben, aber viele Kinder, die in Regelschulen durch das Raster fallen, wären vielleicht im häuslichen Umfeld besser aufgehoben.