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Bund der Vertriebenen

Auszeichnung für Bürgermeister Dieter Dzewas

07.09.2009 | 16:18 Uhr

Mit der Ernst-Moritz-Arndt-Plakette zeichnete Brigitta Gottmann, Vorsitzende des Kreisverbandes des Bundes der Vertriebenen, Bürgermeister Dzewas aus. Es ist die höchste Auszeichnung, die der Bund der Vertriebenen in NRW zu vergeben hat. Im Kreis erfolgte ihre Verleihung erst zum dritten Mal.

Die “Schlesische Trachten- und Jugendgruppe mit Fahnenschwinger Altvater / Rübezahl” aus Iserlohn bereicherte mit mehreren Volkstänzen das Kulturprogramm.

Dieter Dzewas erhielt die Auszeichnung laut Brigitta Gottmann für seine Verdienste um die Flüchtlinge und Vertriebenen in Lüdenscheid - und die Einwohner darüber hinaus. Er habe regelmäßig die Veranstaltungen zum Tag der Heimat besucht, in dessen Rahmen auch in diesem Jahr die Verleihung der Plakette im Kulturhaus erfolgte. Er habe sich für die Heimatstuben der Landsmannschaften stark gemacht und an vielen ihrer Veranstaltungen teilgenommen.

Grußworte der Stadt und des Kreises

Bernhard Feige zeichnete Frieda Pohl (l.) für 60jährige Treue und Barbara Somborn für 50jährige Treue zur Schlesischen Landsmannschaft aus.

Zuvor hatte Dieter Dzewas die Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Lüdenscheid überbracht. Dabei erinnerte er an die große Integrationsleistung in der 50er-Jahren. 1949 kamen 12 000 Flüchtlinge und Vertriebene nach Lüdenscheid. Das entsprach einem Viertel der Gesamtbevölkerung. Sie hätten hier eine neue Heimat gefunden. Neue Stadtteile seien entstanden. Namen wie Glatzer oder Königsberger Straße erinnerten bis heute daran.

Stellvertretender Landrat Thomas Gemke sprach ein Grußwort für den Märkischen Kreis. Er verwies darauf, wie wichtig heute Kontakte in die ehemaligen deutschen Gebiete seien. Positiv hob er die jährlichen Treffen junger Menschen aus dem Schwimmverein Werdohl mit entsprechenden Sportlern aus dem polnischen Partnerkreis des Märkischen Kreises Ratibor hervor.

In diesem Jahr besteht die Schlesische Landsmannschaft in Lüdenscheid 60 Jahre. Dies nahm ihr Vorsitzender Bernhard Feige zum Anlass für einen kurzen historischen Rückblick. Von den einst viereinhalb Millionen Einwohnern wurden dreieinhalb Millionen vertrieben. 75 000 starben durch Krieg und Vertreibung. Die Gründung der Schlesischen Landsmannschaft erfolgte in Lüdenscheid im April 1949 durch 16 Mitglieder in der Gaststätte „Zum deutschen Eck". Derzeit hat die Landsmannschaft noch 100 Mitglieder, die höchste Mitgliederzahl verzeichnete sie im Jahr 1957 mit 235 Mitgliedern.

Mit Frieda Pohl zeichnete Bernhard Feige ein Gründungsmitglied der Schlesischen Landmannschaft für 60 jährige Treue mit Anstecknadel und Urkunde aus. Gleiches erhielt Barbara Somborn für 50jährige Zugehörigkeit. Die Festansprache zum „Tag der Heimat" hielt Alt-Bürgermeister Friedrich Karl Schmidt für den „Geschichts- und Heimatverein". Er hatte sich Gedanken zum Leitwort der Veranstaltung „Wahrheit und Gerechtigkeit - Ein starkes Europa" gemacht. "Ohne Wahrheit gibt es keine Gerechtigkeit, ohne Gerechtigkeit gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit kann es keinen Frieden geben", sagte Friedrich Karl Schmidt. Zuvor hatte er betont, dass Wahrheit und Gerechtigkeit von jedem aufgrund auch seiner persönlichen Erlebnisse anders empfunden und beurteilt werden.

Jens Voß

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