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Arbeiter in Lüdenscheid schuften bei Dauerfrost

12.02.2010 | 21:01 Uhr
Arbeiter in Lüdenscheid schuften bei Dauerfrost

Lüdenscheid. Der kälteste Arbeitsplatz Lüdenscheids befindet sich auf dem Dach der ehemaligen Kaufhalle. Trotz eisigen Wetters laufen auf der Großbaustelle zwischen Sauerfeld und Sternplatz die Hochbauarbeiten weiter. Acht Stunden schuften die Männer bei Dauerfrost.

Bis Sommer 2011, so die Planung, soll aus dem unansehnlichen Betonklotz ein attraktives Geschäftsgebäude werden.

Der Rückzug eines Plettenberger Bauunternehmens, das nach dem teilweisen Abriss des Gebäudes mit dem Wiederaufbau in neuer Form beauftragt war, hatte im Dezember die Bauarbeiten zum Erliegen gebracht. Doch inzwischen ist mit dem Bauunternehmen Reinecker aus Köln Ersatz gefunden und die Hochbauarbeiten sind wieder angelaufen.

Dicke Jacken und Kapuzen unter Helm

Schwer einzuhalten: der Zeitplan im strengen Winter. Büdenbender-

Trotz des eisigen Winterwetters wird zehn Meter über dem Sternplatz auf dem verbliebenen Rest der ehemaligen Kaufhalle gearbeitet, Betonfertigbauteile und schwere Metallträger mit Hilfe von zwei Kränen hinaufgehievt und montiert. Mit dicken Jacken und Kapuzen unter dem Helm haben sich die Männer vor der Kälte geschützt.

Mit dem Presslufthammer wird der vereiste Betonboden aufgestemmt, um den nächsten Träger einbauen zu können. Daumendicke Schrauben dreht der Monteur auf der Arbeitsbühne in das kalte Metall und fixiert es so punktgenau zwischen zwei Querträgern.

Im Sommer geht diese Arbeit leicht von der Hand. Jetzt läuft ohne wärmende Arbeitshandschuhe gar nichts. Selbst das Funkgerät, mit dem sich der Vorarbeiter mit dem Kranführer zehn Meter tiefer verständigt, will nicht so recht. Der Akku ist zu kalt geworden. . . Acht Stunden schuften die Männer im Dauerfrost. An ihnen soll es nicht liegen, wenn durch den Winter der Zeitplan nicht eingehalten werden kann.

Montage der Stahlbauteile nicht einfach

Die Hochbauarbeiten in Lüdenscheids Innenstadt gehen auch bei Schnee und Eis weiter. Büdenbender-

Aber dazu werde es nicht kommen, versichert Stefan Hammerich, Geschäftsführer der GBG Gersdorfer Baumanagement GmbH, die als Generalunternehmer das Gesamtprojekt leitet. Natürlich, so räumt er ein, ist die Montage der Stahlbauteile in dieser Woche nicht so einfach gewesen.

Aber es zeige, was möglich ist, betont er und erklärt weiter: „Wir haben uns entschlossen, die aktuelle Zeit soweit zu nutzen, wie das Wetter es zulässt.” Im übrigen, so Hammerich, sei der Zeitplan durch den Austausch der Nachunternehmer nicht betroffen. Vielmehr sei es so, dass natürlich auch der Winter einiges an Zeit gekostet habe: „Wir werden versuchen, im Frühjahr und Sommer einiges an Zeit wieder aufzuholen.”

Martin Büdenbender

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