Video: Schneeräumer
Der Schnee muss runter von den Dächern und raus der Stadt. Räumkommandos arbeiten in Lüdenscheid.
Februar? Normalerweise hockt Peter Gebauer um diese Jahreszeit zu Hause auf dem Sofa. Im Winter herrscht Flaute für die Männer vom Straßen- und Tiefbau. Doch dieses Jahr ist alles anders. Da wird im märkischen Sauerland jeder Lastkraftwagen gebraucht.
Rathausplätze, Schulhöfe, Bushaltestellen oder Brücken müssen frei geräumt werden. Die Schneemassen türmen sich auch nach einer Woche noch an den Straßenrändern. Auf den Dächern schmilzt bei einsetzendem Tauwetter der Schnee und wird zur Gefahr für Autofahrer und Fußgänger.
Die Dachdecker Thomas Schwabbauer (l.) und Tahir Cakmak räumen aus einer Gondel den Schnee von der Fußgängerüberführung in Lüdenscheid
Foto: Hartwig Sellmann
Wie zum Beispiel in Lüdenscheids City. An der Ecke Kölner- zur Weststraße schüppen die Dachdecker Thomas Schwabbauer (38) und Tahir Cakmak (29) im spektakulären Einsatz aus einer am Kran schwebenden Gondel die 35 Zentimeter hohe Schneeschicht vom Wellblechdach der Fußgängerüberführung. Die Straße ist bei diesem Manöver halbseitig gesperrt.
Tausende Tonnen von Schnee
Der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb Lüdenscheid (STL) hat noch reichlich Arbeit mit den Altlasten des Winters. Die eigenen Räumkapazitäten reichen bei weitem nicht aus. Unternehmen wie die Rensmann&Rentop GmbH aus Lüdenscheid karren im Auftrag des STL den "Sondermüll" auf die Sammelplätze am Stadtrand und Bahnhofsvorplatz.
"Und was da an Tausenden von Tonnen an Schnee liegen, das dauert zwei Jahre, bis die wieder getaut sind", scherzt Peter Gebauer. An "Baustellen" wie in der City regelt er parallel zum Eingreifen der Dachdecker den Verkehr.
Der 61-jährige Lkw-Fahrer aus Iserlohn hat in seiner über 40-jährigen Berufszeit schon viel erlebt, aber so ein Chaos wie in diesem Winter? Das gab es zuletzt vor 30 Jahren in Lüdenscheid. "Noch schlimmer war es 1969", erinnert sich Gebauer. "Da hat das Militär mit Panzern die Straßen freigeschoben vom Schnee."
2010 ist die Situation zwar grenzwertig, doch längst nicht so katastrophal. Und für Gebauer persönlich hat das Räumkommando eigentlich nur gute Seiten: "Besser als Schlechtwetter. So können wir wenigstens mit dem Schnee Geld verdienen."




























