„Letztes Theater vor der Autobahn”
20.01.2009 | 17:46 Uhr 2009-01-20T17:46:00+0100
Burbach-Würgendorf. Um die Bedeutung des Heimhof-Theaters aus der Sicht des Kreises zu dokumentieren, brachten Landrat Paul Breuer und Kulturreferent Wolfgang Suttner gestern 10 000 Euro als „Anschubfinanzierung” auf die Wasserscheide.
Dass in der Kultur die Bäume nicht in den Himmel wachsen, haben Theodor Petera und Birgit Hirsch in den vergangenen Monaten erfahren müssen. Der Vorsitzende des Förderkreises für das Heimhof-Theater und die für den Umbau verantwortliche Architektin sind bemüht, genügend Geld in die Kase zu bekommen, damit binnen einer möglichst kurzen Zeit sich der Vorhang der kleinen Bühne auf der Wasserscheide wieder heben kann.
Kein Allerweltshaus,
sondern ein Geschöpf
Breuer und Suttner hatten gestern ein Gehölz dabei, dass sicher nicht über Kniehöhe gedeihen wird, aber als Symbol für den finanziellen Startschuss der Kultur auf der Wasserscheide gelten darf: eine Fetthenne, die auch Geldbaum genannt wird. Der Kreis stelle sich hinter das Projekt, „weil das Heimhof-Theater kein Allerweltshaus ist, sondern ein Geschöpf”, betonte Breuer.
Die Bedeutung, die das Theater, das 1951 auf Initiative von einigen engagierten Bürgern des Dreiländereckes im ehemaligen Pferdestall der Dynamit-Fabrik eröffnet wurde, habe, „geht über die Landesgrenzen hinaus”. Und die solle sie wieder erhalten, ungeachtet aller Querelen, die vor zweieinhalb Jahren zur Auflösung des Kulturkreises um die Wasserscheide geführt hatten. „Dieses Haus ist ein unverwechselbarer Platz.”
Er habe gerne die Initiative des Burbacher Bürgermeisters Christoph Ewers aufgenommen, „dieses Kleinod wieder zu beleben.” Auch Wolfgang Suttner sei sofort Feuer und Flamme für das Projekt gewesen. Der Kulturreferent wies darauf hin, dass er schon in seiner Kindheit im Heimhof Kultur erlebt habe.
Ausstrahlung in
die ganze Region
Nachdem sich das Apollo-Theater und das Lyz in Siegen etabliert hätten, gehe es nun im Heimhof-Theater um die Dezentralisierung der Kunst. „Uns ist es dabei wichtig, dass wir nicht nach dem Gießkannenprinzip vorgehen”, betonte Breuer. Die Bühne auf der Wasserscheide „hat eine Ausstrahlung in die ganze Region”.
Auch aus seiner Sicht habe kein Theater „eine solche Aura wie der Heimhof”, attestierte Wolfgang Suttner, der auch schon einige Ideen mitbrachte. Allerdings betonte er, dass sich der Kreis in die Programmgestaltung nicht einmischen werde.
Doch könnten erfolgreiche Projekte aus den Genres Variete´ und Revue auch die Besucher auf die Wasserscheide locken. Und das nicht nur aus dem unmittelbaren Umfeld. Das Einzugsgebiet könne dank der A 45 bis nach Frankfurt reichen. „Wir sollten ein Schild aufstellen: Letztes Theater vor der Autobahn.”
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