Wenn Kinder Segen in die Häuser bringen

Katholische und evangelische Kinder haben sich im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus zur Vorbereitung der Sternsinger-Aktion 2015 getroffn.
Katholische und evangelische Kinder haben sich im Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindehaus zur Vorbereitung der Sternsinger-Aktion 2015 getroffn.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Als „Weisen aus dem Morgenland“ verkleidet gehen am 10. Januar katholische und evangelische Kinder durch die Straßen von Letmathe, bringen den christlichen Segen in die Wohnungen und sammeln für Afrika.

Letmathe..  Sie sind zumeist acht bis zehn Jahre alt und in weiße Gewänder gehüllt. Bunte Umhänge tragen sie um ihre Schultern und auf dem Kopf eine aus Pappe gebastelte Krone. Mit einem goldenen Stern in der Hand ziehen sie Anfang Januar in Dreiergruppen durch die Straßen. Dabei bringen sie als „die drei Weisen aus dem Morgenland“ den Segen Gottes in die Häuser und sammeln Geld für Kinder in armen Ländern - die „Sternsinger“.

Diese katholische Tradition hat in Letmathe nun schon im dritten Jahr ökumenischen Charakter. Am 9., 10. und 11. Januar 2015 ist es wieder soweit: Kinder der katholischen Pfarrgemeinde St. Kilian und der evangelischen Kirchengemeinde Letmathe gehen gemeinsam als Sternsinger von Haus zu Haus.

Der Erlös ist bestimmt für Waisenkinder in Namibia

Wie gut die Konfessionen dabei zusammenarbeiten, zeigt sich schon daran, dass keiner der Verantwortlichen mehr so recht weiß, wie viele Letmather Sternsinger-Kinder katholisch und wie viele evangelisch sind. Auf diesen Unterschied kommt es eben überhaupt nicht an. Wichtig ist die Freude an der Sache und die gemeinsame Überzeugung: Wir Kinder wollen eine frohe Botschaft verkünden und Gutes tun.

31 Letmather Kinder haben sich in den vergangenen Wochen gefunden, um sich u. a. mit Gemeindereferentin Svenja Kulp (St. Kilian) und Kindergottesdienstleiterin Angelika Hundshagen (ev. Kirchengemeinde) auf die Sternsinger-Aktion 2015 vorzubereiten. Die Kinder haben sich goldene Kronen aus Pappe gebastelt, Umhänge aus dem Fundus der Kilian-Gemeinde anprobiert und sich informiert, was für ein gutes Werk sie tun.

In Letmathe wird traditionell für Schwester Petra Maria gesammelt, die sich in Namibia um Waisenkinder kümmert. Vor einem Jahr kamen dafür in Letmathe 5558 Euro zusammen. Und natürlich hoffen alle, die mitmachen, jetzt wieder auf ein ähnlich gutes Ergebnis, denn die Not in Afrika ist groß.

Christliche Tradition ist nicht mehr überall gern gesehen

Früher gingen die Sternsinger einfach von einem Haus zum nächsten, ganz gleich, wer dort wohnt. Sie klingelten, sangen ihr Sternsinger-Lied und baten um eine Spende. In den allemeisten Fällen wurden sie mit Freude empfangen. Doch da heute viele Menschen die christlichen Traditionen nicht mehr kennen oder ablehnen und verärgert reagieren, schellen die Sternsinger nur noch bei Familien oder Einzelpersonen, die besucht werden möchten. Dafür liegen Anmeldezettel in den Gemeindebüros und den Kirchen aus. Bis zum 4. Januar können sich Interessierte melden, bei denen die „Könige“ willkommen sind. Vor einem Jahr hatten die Sternsinger knapp 250 Häuser in Letmathe besucht. Fünf bis sechs Stunden waren sie mit Stern und Sammeldosen unterwegs, auch bei Schnee und Regen. Da ist es gut, dass jede Gruppe von Erwachsenen begleitet wird, die die „Weisen“ mit Regenschirmen versorgen, die aber auch mit ihrem Auto „Taxidienste“ für die „Könige“ übernehmen, wenn das nächste Haus weiter entfernt ist.

Wer Sternsinger-Besuch wünscht, muss sich anmelden

Wie erwähnt freuen sich die allermeisten Menschen sehr, wenn die Sternsinger an ihrer Tür stehen. Ist die Aktion der Kinder doch ein Zeichen der Freude und Hoffnung – wie ein Licht in dunkler Zeit. Deshalb wären die Pfarrer und anderen Verantwortlichen der beiden Kirchengemeinden froh, wenn noch weitere Kinder mitmachen würden. Interessierte Jungen und Mädchen, die am Wochenende 9./10. /11. Januar Zeit haben, können sich auch jetzt noch kurzfristig melden, am besten per E-Mail: svenja-kulp@web.de oder is-kg-letmathe@kk-ekvw.de