Wenn dir der Eisbär beim Duschen die „rote Karte“ zeigt

Die Firma Kottmann Technology setzt immer mehr auf intelligente Produkte mit digitaler Technik.
Die Firma Kottmann Technology setzt immer mehr auf intelligente Produkte mit digitaler Technik.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Heimische Sanitäranlagenhersteller revolutionieren das Duschen: Eine niedliche Animation informiert über Klimalust und Klimafrust beim Wasserverbrauch.

Dröschede..  Einfach mal eben unter die Dusche springen, um sich sauber und frisch zu machen? Nein! Das kann nicht alles sein. Da geht noch was. „Die Welt ist digital geworden“, sagt Matthias Dornbracht. Für den Chef des gleichnamigen Iserlohner Armaturenherstellers hat die technische Revolution längst begonnen. Dank elektronischer Ventile lassen sich Wassermenge und Temperatur individuell regeln. Von Duscherlebnissen mit Choreographien, Klangerlebnissen und Entertainment ist in einem Dornbracht-Film auf YouTube die Rede.

Auch in Dröschede gibt es ein innovatives Unternehmen, das auf Computertechnik im Badezimmer setzt: „Kottmann Technology“ entwickelt intelligente Brauseschläuche. Man stelle sich vor, man steht unter der Dusche: In den Brauseschlauch, den man in der Hand hält, ist etwa in Griffhöhe ein gut lesbares wasserdichtes Display eingebaut. Es zeigt nicht nur die aktuelle Wassertemperatur und die pro Duschvorgang verbrauchte Wassermenge an. Der absolute Clou ist der kleine Eisbär, der auf einer Eisscholle sitzt. Wer sich an den Wonnen des warmen Wassers allzu lange berauscht, bekommt prompt in witziger Form von Brauseschlauch „Kott Smart“ die „rote Karte“ gezeigt. Die Scholle schmilzt und der Eisbär fällt ins Wasser. Die Symbolik leuchtet ein: Extrem-Duscher (gemessen am statistischen Durchschnittsverbrauch) gefährden Umwelt und Klima. Da geht man dann eben mit einer klaren Ansage in den Tag. Oder man kann beim Frühstück protzen: „Mein Eisbär lebt noch.“. Das Display benötigt übrigens keine Batterie, denn es enthält ein Minikraftwerk: Das durchströmenden Wasser treibt eine kleine Turbine an.

„Das ist erst der Anfang“, sagt Geschäftsführer Simon Planken. Mit Hilfe von Bluetooth-Technik wird der Brauseschlauch noch intelligenter: Die Daten können aufs Smartphne übertragen werden, um das eigene Duschverhalten statistisch auszuwerten. Diese Weiterentwicklung soll Mitte des Jahres auf den Markt kommen. Nicht nur Energie- und Wassersparen sind Thema bei Kottmann, sondern auch Sicherheit. “Wir entwickeln ein System zur Vorbeugung von Wasserschäden im Haus“, deutet Planken an. Mehr will er noch auf keinen Fall verraten.

„Kottmann Technology“ im Besitz von Volturnus, einer Gemeinschaft privater deutscher Investoren, hatte 2011 den Dröscheder Betrieb aus der Insolvenz übernommen. Spezialisiert auf wasserführende Schlauchsysteme, arbeitet es eng mit den Armaturenherstellern der Region zusammen und fertigt nach deren Bedürfnissen. Zwölf Millionen Schläuche werden pro Jahr produziert. „Die Rendite ist seit 2012 kontinuierlich gestiegen“, berichtet Planken. 1,5 Millionen Euro wurden vor allem in die Automatisierung und in den Ausbau der Forschungs- und Entwicklungsabteilung investiert.