Weihnachtsgeschichte unten im tiefen Fels

Große Höhle, große Akustik – und große Augen bei den kleinen Besuchern: Für die zahlreichen Kinder gab es bei der Führung so manches zu entdecken. Neben musikalischen Darbietungen, hier von den Schülerinnen Alina und Jule, versteckten sich überall kleine Figuren zwischen dem Fels.
Große Höhle, große Akustik – und große Augen bei den kleinen Besuchern: Für die zahlreichen Kinder gab es bei der Führung so manches zu entdecken. Neben musikalischen Darbietungen, hier von den Schülerinnen Alina und Jule, versteckten sich überall kleine Figuren zwischen dem Fels.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Die Führungen an Heiligabend durch die Dechenhöhle mit Musik, Gedichten und Erzählungen waren auch in diesem Jahr wieder gut besucht.

Letmathe..  Von hinten, in den dunkelsten Winkeln der Dechenhöhle, blicken kleine Gestalten und Tiere auf jede Gruppe, die sich da durch die engen Gänge zwängt. Aus den Tiefen des Fels ist Musik zu hören.

Es ist Heiligabend, kurz vor 11 Uhr, als sich die Pforte der Letmather Höhle zum erstem Mal öffnet. Alle zehn Minuten etwa treten kleine und große Gruppen ein, auf dem Programm stehen weihnachtliche Führungen. „Wenn ihr Glück habt, könnt ihr vielleicht sogar das Christkind sehen“, ermutigt Bernhard Seidel die zahlreichen Kinder in den Gruppen, als er die Besucher auf der ersten Station in der „Wolfsschlucht“, einer Art Raum innerhalb der Höhle, begrüßt.

Und in der Tat, wer seine Augen entlang der illuminierten Steinformationen, zwischen Stalaktiten und Stalagmiten hindurch wandern lässt, der kann hier so einiges entdecken. Kerzen und Leuchten, aber auch Laternen mit Gestalten und Tieren, die den Besuchern entgegen blicken, sind hier zu finden - vieles davon weihnachtlich.

Kleine Besucher sind in der Höhle klar im Vorteil

Nachdem Seidel die Besucher begrüßt hat, greift er zur Gitarre. Unterstützt von einem Trompeter und einer Hornistin wird gemeinsam gesungen, unter anderem „Alle Jahre wieder“.

Weiter geht es, Gruppenführerin Zeynep Özdemir marschiert vorweg. Anders als in manch andere Lebenslage, ist hier klar im Vorteil, wer weniger als 1,50 Meter misst. Während sich ihre Begleiter in den Höhlengängen unter dem Fels ständig wegducken müssen, marschiert die Kinder-Armada weitestgehend unbehelligt immer tiefer in das Gestein.

Nächste Station ist die „Grufthalle“. Hier wartet Spielmann Michel im mittelalterlichen Kostüm. Der stapft im Schein einer Fledermaus-Lampe mit dem Fuß auf, zu hören gibt es Klänge aus dem „Hümmelchen“, einer Art historischem Dudelsack, später dann noch ein Lied mit einer Art zeitgenössischem Banjo. Und wäre der Spielmann nicht ein Brillenträger, so hätte wohl so manches Kind geglaubt, dieser Musikant sei geradewegs aus dem Mittelalter hier in die Höhle marschiert, um hier Lieder über Christus und Weihnachten zu trällern.

Wieder wird gewandert, nun kommt der Zug aus Menschen am tiefsten Punkt der Höhle an. Gut 30 Meter unter der Erdboden-Oberfläche warten nun „Kriniza“ mit einer Art musikalischem Kammerspiel. Im Kerzenschein spielt das weißrussische Duo auf Akkordeon und Zimbel heimatliche Klänge, aber auch „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Die Zimbel ist ein harfenähnliches Instrument, das im Sitzen mit Fingern und einer Art von Spielstöcken bedient wird. Die Musikerin aus Weißrussland beherrscht dies virtuos - als ein Junge in der ersten Reihe die Bewegungen ihrer Hände nachzuvollziehen versucht, sieht es aus, als schüttele er bloß wild und ziellos sein Haupt umher. Der Junge bricht den Versuch dann schnell und mit einem Grinsen ab.

Nächste Station der Weihnachtsführung ist dann bei Alina und Jule, zwei Schülerinnen, die Querflöte spielen und ein Gedicht vortragen. Auch werden die Kinder danach gefragt, was sie denn auf ihren Wunschzettel geschrieben hätten. Die Antworten fallen höchst unterschiedlich aus. Eine Frau erzählt etwa von einem Jungen, der sich zu Weihnachten lediglich Brot und Mozzarella gewünscht habe.

Zum Abschluss warten „Concertino“, ebenfalls aus Weißrussland, ebenfalls ein Duo, allerdings mit Akkordeon und Violine. Hinten in der Höhle steht ein Weihnachtsbaum und die Figuren der Weihnachtsgeschichte in einer Krippe. Eines der Kinder will auch das Christkind bereits gesehen haben.