Viele mahnende Worte, nur wenige Zuhörer im Park
15.11.2009 | 15:54 Uhr 2009-11-15T15:54:00+0100
Letmathe. „Frieden darf nicht zur Selbstverständlichkeit werden, er muss etwas Besonderes sein, das im täglichen Leben bewahrt werden muss”, so Ratsherr Christian Grobauer bei der Feierstunde zum Volkstrauertag am Mahnmal im Park von Haus Letmathe.
Einen seiner Schüler nahm der Lehrer Grobauer als Anwalt für Forderung des ständigen Bemühens um Frieden, einen Jungen, der als Flüchtling aus dem Kosovo den Krieg erlebt hat, der Schwester und Großeltern verloren hat und der Gleichgültigkeit seiner Mitschüler ärgerlich entgegentritt. „In Deutschland leben wir seit 1945 im Frieden. Dafür dürfen wir dankbar sein. Dies allein aber reicht aber bei weitem nicht aus”, sagte Grobauer.
Diakon Peter Trotier von der St. Kilian-Gemeinde stellte ein Märchen aus China in den Mittelpunkt seine Ansprache. In dieser Geschichte wird ein geplanter Krieg abgesagt, weil voraus gesagt wird, dass er den Menschen Unglück bringt. In der Wirklichkeit aber finde der Krieg trotz dieser Erkenntis statt, auch in der Gegenwart und reiße tiefe Wunden. „Deshalb sind wir hier!”, stellte Peter Trotier fest.
Das Gebot der Feindesliebe aus der Bergpredigt sei der entscheidende Schritt zum Frieden, zu dem es keine Alternative gebe, sagte Peter Trotier, es gehe um eine „Entfeindungsliebe”. Meinungsverschiedenheiten mit anderen Menschen dürfe es immer geben, aber nie eine Feindschaft: „Und mag sich der andere auch noch so falsch verhalten, er wird es nicht fertig bringen, mich zu seinem Feind zu machen.”
Nur eine gute Viertelstunde dauerte die Gedenkfeier, an deren Rand von mehreren Teilnehmen moniert wurde, dass auch in unmittelbarer Nähe des Mahnmals bereits drei Hütten des Weihnachtsmarktes aufgestellt worden worden sind. Damit könne schließlich auch bis nach dem Volkstrauertag gewartet werden, so die Kritiker dieser zum Anlass wenig passenden Kulisse.
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