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Chile - ein Traum geht in...

Victoria Lingemann fliegt für ein Jahr in südamerikanische Hauptstadt

25.02.2009 | 16:29 Uhr
Victoria Lingemann fliegt für ein Jahr in südamerikanische Hauptstadt

Dröschede. Für Victoria Lingemann geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: Die 16-Jährige aus Dröschede geht für fast ein ganzes Jahr nach Chile.

„Von so etwas habe ich ge-träumt, seitdem ich in der drit-ten oder vierten Klasse war”, berichtet die Schülerin des Letmather Gymnasiums.

Damals wäre die Tochter von Bekannten ihrer Eltern für ein Austauschjahr nach Amerika gegangen. „Das wollte ich seitdem auch unbedingt machen.” Die USA oder Kanada sollten dann auch das Ziel sein, als sie sich beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm bewarb.

Da sie jedoch jetzt im Februar erst erfahren hätte, ob sie bei dem Austauschprogramm der Bundesregierung überhaupt in die nächste Runde gekommen wäre, versuchte die Zehntklässlerin noch auf einem anderen Weg, sich ihren Traum zu erfüllen. Sie bewarb sich beim AFS, dem American Field Service, der seit mehr als 60 Jahren durch Schüleraustausch maßgeblich zur Völkerverständigung beiträgt.

„Bei einer Abreise in den Wintermonaten geht es dabei allerdings immer nur in südamerikanische Länder”, erfuhr Victoria Lingemann auf Nachfrage.

Aus dem Bauch heraus entschied sie sich für Chile. „Das gefiel mir am besten.” Eine mögliche Alternative wäre für sie noch das Nachbarland Argentinien gewesen, da es ebenfalls zu den „reicheren” Ländern des Kontinents gehört. Denn: „So ganz der Kulturschock muss es dann doch nicht sein.”

Wobei sie „das Kennenlernen einer anderen Kultur und von anderen Menschen, das Finden von Freunden fürs Leben und das Selbstständiger werden” als Motivationsgründe für ihr Auslandsjahr nennt. Froh ist sie darüber, dass es bei der Zuteilung durch AFS nicht nur Chile geworden ist, sondern auch noch die Hauptstadt eben dieses Landes, Santiago de Chile. Denn statt in einem der besseren Viertel der Fünf-Millionen-Metropole hätte sie durchaus auch beispielsweise am Rande der Atacama-Wüste landen können.

Und auch mit ihrer Gastfamilie hatte sie allem Anschein nach großes Glück: Die alleinerziehende Mutter, von Beruf Hebamme, hat vier erwachsene Kinder, von denen eines wie sie selbst auch schon einmal zu längeren Auslandsaufenthalten in den USA war und entsprechend Englisch beherrscht. „Wir haben uns aber auch schon einmal auf Spanisch gemailt”, berichtet Victoria, der das Erlernen der Vokabeln dank Latein und Französisch in der Schule leichter fiel.

Da sie selber Volleyball und Badminton spielt und Ski fährt, freut sie sich, dass ihre Gastfamilie zudem auch sehr sportlich ist. „Vielleicht können wir ja mal zum Skifahren in die Anden, das wäre toll.” An mögliches Heimweh denkt sie vor ihrem Nonstop-Flug von Frankfurt am Main nach Santiago de Chile noch nicht.

Wobei natürlich der Abschied von den Eltern, der kleinen Schwester Bettine, die sie am liebsten gar nicht fahren lassen würde, und den Freunden schon schwer fallen wird. „Aber dank Telefon und Mail sind wir ja in ständigem Kontakt.”

Und da ihre beste Freundin bald auch zu einem mehrmonatigen Aufenthalt nach Kanada aufbrechen wird, ist auch dieser Trennungsschmerz nicht ganz so groß.

Übrigens: Über ihre Erlebnisse in Chile wird Victoria Lingemann regelmäßig in unserer Beilage IKZ am Wochenende berichten.

Torsten Lehmann

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