Versuchungen am laufenden Band

Der Literaturkurs feierte mit der  Goetz-Kommödie „Ein Moralist in Nöten“ in der  Aula des Gymnasium
Der Literaturkurs feierte mit der Goetz-Kommödie „Ein Moralist in Nöten“ in der Aula des Gymnasium
Foto: IKZ
Der Literaturkurs des Letmather Gymnasiums feierte in der Aula mit einer Goetz-Kommödie Premiere.

Letmathe..  Um Tugend, Versuchung und Moral ging es am Dienstagabend in der gut gefüllten Aula des Gymnasiums Letmathe. Dort feierte nun der zweite Literaturkurs Premiere mit „Die Versuchung“ nach dem Stück „Das Haus in Montevideo“ von Curt Goetz.

Das Premierenpublikum sah zunächst nur einen Sessel und eine Stehlampe, beide aus Großmutters Zeiten. Darauf nahm Erzählerin Dima Nabulsi Platz, um von der Familie Werner zu berichten. Der Vater, Gymnasiallehrer Dr. Traugott Werner, führt ein strenges Regiment, gibt sich als Moralapostel par excellence – herrlich rübergebracht von Burak Yagli. Zusammen mit Ehefrau Marianne, gespielt von Anna Beisheim, hat er in der Originalgeschichte zwölf Kinder. Acht sind es in der Inszenierung, bei der Dr. Markus Terbach und Sven Adolf Regie geführt haben.

Todesnachricht sorgtfür Verwicklungen

Dann kommt Pastorin Riesling (Julia Schaarschmidt) zum Essen vorbei, um eine bedeutsame Nachricht zu überbringen: Traugott Werners Schwester ist gestorben. Eine Tatsache, die den Moralisten zunächst nicht sonderlich schockiert, wurde Josefine doch einst verstoßen, weil sie ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat. In Montevideo hat sie ein Vermögen erwirtschaftet, auch eine Villa gehört dazu. Das alles soll die älteste Werner-Tochter Atlanta (Julia Rudek) erben. Die Nachricht sorgt für große Unruhe in der Familie, mehr aber noch die Tatsache, dass das Erbe an eine Bedingung geknüpft ist: Atlanta soll binnen eines Jahres ein uneheliches Kind zur Welt bringen. Die fast 18-Jährige hat zwar mit Herbert Kraft (Robin Brendel) den Sohn eines Fabrikanten an ihrer Seite, allerdings wollen die beiden schnellstmöglich heiraten und eine Familie nach Vater Werners Vorstellungen gründen.

Heute Abend gibt esdie zweite Vorstellung

Woher Atlanta ihren Namen hat, ob es zum Erbe kommt und welche Komplikationen es noch gibt, das erfährt das Publikum auch heute, 11. Juni, ab 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums.

Das Premierenpublikum jedenfalls war begeistert, spendete noch vor der ersten Szene einen tosenden Applaus und Jubelschreie. Und das hatten sich die Akteure auf und hinter der Bühne verdient. Vom Programmheft über die Technik bis hin zum Bühnenbild war alles bis ins Letzte durchdacht und ausgefeilt. Die darstellerische Leistung wurde immer wieder mit lauten Lachern belohnt.

Einziger Wermutstropfen: Vor allem in den hinteren Reihen waren einige der Schauspielerinnen recht schlecht zu verstehen.