Traum für die letzten Lebenstage wird wahr

Vertreter von 14 Service-Clubs treffen sich in der SASE in Iserlohn, um ihr gemeinsames Projekt "Garten für das Hospiz in Letmathe" vorzustellen
Vertreter von 14 Service-Clubs treffen sich in der SASE in Iserlohn, um ihr gemeinsames Projekt "Garten für das Hospiz in Letmathe" vorzustellen
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
14 Rotary, Lions und andere Service-Clubs haben sich zu einem außergewöhnlichen Projekt zusammengetan. Sie finanzieren einen Garten für das Hospiz Mutter Teresa und packen eigenhändig mit an.

Letmathe/Iserlohn..  Noch einmal auf der Terrasse sitzen und die Sonne genießen können. Noch einmal Blumenduft einsaugen oder wie in Kindertagen ein paar Erdbeeren pflücken. Was für gesunde Zeitgenossen banal erscheint, kann für Menschen, die nur noch wenige Tage zu leben haben, ein Wunsch für die Ewigkeit und buchstäblich ein unwiederbringliches Glück sein.

„In einem Garten mit allen Sinnen die Natur erleben, spazierengehen oder auch im Rollstuhl gefahren werden ist ein großes Stück mehr Lebensqualität in der Lebensendesituation..“ So formulierte es Dirk Jedan, der am Montag in den Räumen der SASE im Dröscheder Feld Vertreter aus 14 Rotary-, Lions- und anderen Service-Clubs begrüßte. Diese 14 Clubs haben sich zusammengetan, um einen solchen Garten zu ermöglichen, als Geschenk an das Hospiz Mutter Teresa.

An das derzeit im Bau befindliche neue Hospizgebäude grenzt eine große Wiese. Ideale Voraussetzungen, um sterbenskranke Menschen mit dem Geschenk eines Gartens zu erfreuen. Die Idee stieß bei den Clubs schon vor längerer Zeit auf Gegenliebe. Sie rührten die Werbetrommel. Und gestern konnte Jedan asl Projektbeauftragter verkünden: „Das finanzielle Ziel ist erreicht: 24800 Euro sind zusammen.“

Mitglieder wollen auch selbst Pflanzen in die Erde setzen

Rund 1000 Quadratmeter groß soll der Garten sein, fachlich gut angelegt, von einer Hecke oder Umzäunung geschützt. Vieles, was schöne Sinneserfahrungen möglich macht, steht auf der Projektliste: Wasserspiele, Blumenrabatten, Hochbeete mit Obst- und Gemüsepflanzen, vielleicht auch eine Feuerstelle. Nicht nur die Gäste, die im Hospiz betreut werden, auch die Mitarbeiter und Angehörigen, für die dort ein Übernachtungszimmer gebaut wird, sollen den Garten genießen können.

Es sei schon ein beispielloser Akt, dass sich zwölf Serviceclubs zusammenschließen, um 25 000 Euro aufzubringen, sagte Jedan. Auch Bernd Vangerow, Präsident des Rotary-Clubs Iserlohn Waldstadt, lobte den guten Zusammenhalt. Beteiligt sind die Rotaryclubs Iserlohn Waldstadt, Iserlohn, Hohenlimburg-Letmathe und Hemer, die Lionsclubs Iserlohn, Iserlohn-Letmathe, Hemer, Iserlohn-Hemendis und Menden sowie Leo-Club Iserlohn, Zonta-Club Iserlohn, Rotaract Iserlohn Leo Iserlohn und Inner Wheel Iserlohn.

Dabei wollen die Clubs nicht nur Geldgeber für eine gute Sache sein, sondern bei dem auf zwei bis drei Jahre angelegten Projekt auch persönlich mit Hand anlegen. „Mit Schüppe und Rechen“, verkündete Jedan, „werden wir mit anpacken - . voraussichtlich im August, wenn die Pflanzen eingegraben werden.“

Auf die Vorstellung des Projekts für die Presse folgte am Abend ein Vortrag von Franz Müntefering, dem rund 200 Service-Club-Mitglieder gespannt lauschten. Der Politiker, der durch die Pflege seiner Frau sehr persönlich mit dem Thema vertraut ist, sprach sich für ein Sterben in Würde aus und appellierte an alle, sich rechtzeitig auf die letzte Phase vorzubereiten. Die Rundumversorgung durch ein Hospiz sei nicht hoch genug einzuschätzen. Müntefering: „Das ist Sterben de luxe“.