Sternsinger machen die Menschen glücklich

Lya, Alena, Milena und Kira (vorne von links) sowie Jennifer Stoltmann und Heiko Viecenz (hinten) gehörten einer von 13 Gruppen an, die am Samstag für den Pfarrverbund Letmathe in dem Stadtteil unterwegs waren.
Lya, Alena, Milena und Kira (vorne von links) sowie Jennifer Stoltmann und Heiko Viecenz (hinten) gehörten einer von 13 Gruppen an, die am Samstag für den Pfarrverbund Letmathe in dem Stadtteil unterwegs waren.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Wie im gesamten Stadtgebiet, so waren am Wochenende auch in Letmathe die Sternsinger unterwegs. Ihr auftreten sorgte bei den Bürgern für Freude.

Letmathe..  „Das habt ihr aber toll gesungen. Wirklich wunderschön.“ Solche Lobeshymnen hören Lya, Milena, Kira und Alena immer wieder, wenn sie das vor 270 Jahren von Johann Sebastian Bach komponierte Lied „Gloria in excelsis Deo“ vortragen. Die vier Mädchen zwischen acht und elf Jahre sind seit der Mittagszeit im stürmischen Letmathe unterwegs. Der goldene Stern, den sie dabei haben, die Umhänge und die selbstgebastelten Kronen, die sie tragen, machen es deutlich: Sie sind die Sternsinger, die im Namen des Pfarrverbundes St. Kilian/St. Josef Christus’ Segen in die Häuser und Wohnungen bringen und dabei auch noch Geld für hungernde Kinder auf den Philippinen sammeln.

Hin und wieder werden ihnen auch Süßigkeiten zugesteckt. Bonbons, Schokolade – das ganze Programm. Aber das verschwindet schnell in einem Beutel. „Das rühren wir nicht an“, überrascht Lya. „Die Süßigkeiten spenden wir der CariTasche. Dort wird es an andere Kinder verteilt.“

Evangelische und katholische Kirche arbeiten zusammen

An den Zweck der aktuellen Aktion wurden sie kurz zuvor während des Entsendungsgottesdienstes mit rund 40 weiteren Sternsingern in St. Kilian, den der evangelische Pfarrer Burckhardt Hölscher und die Gemeindereferentin im Pfarrverbund, Svenja Kulp, gestalteten, noch einmal erinnert. Zum dritten Mal haben die evangelische und die katholische Kirche die Sternsingeraktion gemeinsam organisiert.

Der ökumenische Gedanke kommt an. „Seitdem wir das gemeinsam machen, melden sich jährlich mehr Häuser an“, sagt Hölscher zufrieden, der vor allem eine Zunahme aus dem evangelischen Lager registriert. „Segen bringen, Segen sein“, lautet diesmal das Motto, unter dem die Aktion steht. Bundesweit machen mehr als 12 000 Pfarrgemeinden mit.

Bevor die Kinder in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen, gibt es gegenüber der Kirche im Pfarrheim noch eine kleine Stärkung. Hot Dogs stehen auf der Speisekarte – und auch bei den vier Mädchen hoch im Kurs. Sie essen in aller Ruhe, von Aufregung keine Spur. Dabei gehört durchaus eine große Portion Mut zu ihrer Aufgabe. An fremden Haustüren zu läuten und dann auch noch ein Lied zu singen, ist gewiss nicht jedermanns Sache. Darüber lächeln Alena, Lya, Kira und Milena aber nur. Sie sind erfahrene Sternsinger, waren zum Teil schon am Freitag in Letmathe unterwegs, oder in den Vorjahren in Iserlohn und Hemer.

Alena bringt es schließlich auf den Punkt: „Ich mache mit, weil die Sternsinger auch immer zu uns nach Hause gekommen sind und weil wir armen Kindern helfen.“ Mit dabei sind außerdem Lyas Mutter Jennifer Stoltmann und Alenas Vater Heiko Viecenz die als erwachsene Begleiter mitlaufen.

Endlich geht es los. Die kleine Gruppe macht sich auf den Weg in die Siedlungen im Umkreis des Gewerbegebietes „Im Markenfeld“. „Damit sind wir wahrscheinlich die Gruppe mit dem weitesten Anmarsch“, überlegt Viecenz laut. Das mag sein. Wahrscheinlich gehören die Sechs aber gleichzeitig der Gruppe an, in deren Spendendose als Erstes die ersten Münzen klimpern. Bereits auf der Hagener Straße zücken Passanten ihre Portemonnaies und geben Geld. Dass sie dafür kein Lied vorgesungen bekommen, können sie verschmerzen.

20 Familien haben im Vorfeld des vergangenen Samstages allein in diesem Gebiet um einen Besuch der Sternsinger gebeten. Jennifer Stoltmann hat die Liste mit Namen und Adressen stets zur Hand. Doch die ist schnell überholt. Fast noch einmal so viele Letmather bitten kurzfristig um den Segen ihres Zuhauses und um die Zahlen- und Buchstabenkombination „20*C+M+B+15“, die übrigens nichts mit den Heiligen drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar zu tun hat. Auch darüber ist Alena bestens informiert. „Sie steht übersetzt für ,Christus segne dieses Haus’. Auf lateinisch heißt es ,Christus mansionem benedicat“, stellt sie klar und scherzt: „Das hat mir meine Mutter eingebläut.“

Dann klingelt sie an der nächsten Haustür, um mit ihren Begleiterinnen dem nächsten Bewohner ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.