Steinbruch-Erweiterung nur auf Oeger Gebiet

Ab Dienstag  liegen die Pläne zur Erweiterung des Oeger Steinbruchs auch  im Rathaus Iserlohn aus.
Ab Dienstag liegen die Pläne zur Erweiterung des Oeger Steinbruchs auch im Rathaus Iserlohn aus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Pläne zur Erweiterung des Steinbruches werden gleich in drei Rathäusern öffentlich ausgelegt.

Letmathe..  Die Hohenlimburger Kalkwerke haben die Erweiterung des Steinbruchs an der Stadtgrenze von Oege zu Letmathe beantragt. Das Familienunternehmen möchte die bisherige Abbaufläche von rund 30 Hektar um 5,1 Hektar erweitern. Möglich macht dieses Vorhaben der Erwerb der sogenannten Klinke, die sich bis zum vergangenen Jahr im Besitz einer Erbengemeinschaft befand.

Weil diese neue Fläche aber in das Gesamtpaket Steinbruch-Erweiterung eingebunden werden sollte, hatten die HKW-Geschäftsführer Dr. Christian Lange und Dr. Matthias Lange zunächst das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster zur Steinbrucherweiterung abgewartet. Weil die Münsteraner Richter eine Erweiterung auf Iserlohner Territorium jedoch ablehnten, bezieht sich der neue Antrag ausschließlich auf Hagener Stadtgebiet. Dazu werden der aktuelle Antrag auf Abbaugenehmigung und die erforderlichen Unterlagen in den kommenden Wochen öffentlich ausgelegt, sowohl im Hohenlimburger und Hagener Rathaus, als auch im Rathaus Iserlohn (ab 17. Februar), montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr. So erhalten die Bürger die Möglichkeit, diese einzusehen und ihre Bedenken und Einwendungen schriftlich vorzubringen. Nach Ablauf der Einwendungsfrist sind keine weiteren Stellungnahmen mehr möglich. Am 20. April werden dann ab 10 Uhr im Hagener Rathaus, Rathaussaal, die fristgerecht erhobenen Einwendungen erörtert. Dr. Christian Lange, mit seinem Bruder Matthias gemeinsam Geschäftsführer der Hohenlimburger Kalkwerke, betonte , dass diese Erweiterungsmöglichkeit für das Oeger Traditionsunternehmen von großer Bedeutung sei. „Die Laufzeit des Steinbruchs kann damit mindestens um 8,5 Jahre verlängert werden.“

Denn der Vorrat an hochwertigem Kalkstein wird auf ca. 12,7 Millionen Tonnen geschätzt. Die Hauptabbaurichtung wird dabei in Richtung Osten (Letmathe) vorangetrieben, so dass sich die Stadt Hagen entschlossen hat, die Erweiterungspläne auch im Iserlohner Rathaus auszulegen. „Wir rücken bei der beantragten Erweiterung von der nächstgelegenen Wohnbebauung in Oege ab, so dass ein Mindestabstand von 250 Metern beibehalten wird“, versichert Christian Lange, um dann zu ergänzen: „Es wird deshalb keine Verschlechterung der derzeitigen Situation für Oege eintreten.“

Auch nicht für den Grundwasserspiegel. Dazu der HKW-Geschäftsführer: „Die Abbautiefe wird bis 140 Meter erfolgen, so dass wir oberhalb des Grundwasserspiegels liegen.“

Ersatzpflanzung im Bereich Dümpelacker vorgesehen

Mit der geplanten Erweiterung ist aber auch ein dauerhafter Verlust von rund 3,9 Hektar Waldfläche verbunden. Dabei handelt es sich um Buchenbestände und um Buchenmischwald mit Nadelhölzern. Dieser Verlust soll durch Aufforstungen an der Schäfchenwiese (Steltenberg) und oberhalb des Letmather Dümpelackers im Verhältnis 3:1 kompensiert werden.

Und wie steht es um den Naherholungswert? Dr. Christian Lange: „Der vom Vorhaben betroffene Wanderweg wird im Rahmen der Planungen an einigen Stellen geringfügig verlegt.“

Das Vorhaben der Hohelimburger Kalkwerke wird von der „Bürgerinitiative für den Erhalt des Ahm“ mit Argusaugen beobachtet. Beim nächsten Treffen der Aktionsgruppe sollen die HKW-Pläne intensiv besprochen werden, erläuterte die Vorsitzende Monika Langmann. Der Bürgerinitiative wurde bereits im Oktober des letzten Jahres durch das NRW-Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz der Status als Verein zur Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes und der Naturschutzgesetze der Länder erteilt. Primär geht es der BI um den Erhalt des Steltenberg als Wander- und Naherholungsgebiet sowie den Schutz der dortigen Flora und Fauna.

Auf Anfrage teilte Karsten-Thilo Raab (Stadt Hagen) mit, dass sich als zuständige Gremien der Stadt der Umweltbeirat, der Umweltausschuss, die Bezirksvertretung Hohenlimburg und letztlich der Rat der Stadt mit dieser Thematik beschäftigen werden. Ob es bereits im Jahr 2015 zu einer Entscheidung komme werde oder erst ein Jahr später, könne gegenwärtig nicht gesagt werden. Raab: „Es gibt noch kein Zeitfenster.“ Weil sich diese jetzt aktuellen Erweiterungspläne ausschließlich auf das Hagener Stadtgebiet beschränken, ist die Iserlohner Politik außen vor. Das ändert sich dann, wenn der neue Landesentwicklungsplan, der vom Land NRW bereits erstellt ist, gesetzlich verabschiedet ist. Daran knüpfen perspektivisch die Hoffnungen des Unternehmens an, irgendwann einmal die Kalkvorkommen auch auf Iserlohner Stadtgebiet abbauen zu dürfen.

Bürgerinitiative hat Einwände bereits eingereicht

Monika Langmann: „Die Initiative hat ihre umfangreichen Einwände deutlich gemacht und den Schriftsatz am 6. Februar 2015 bei der Umweltbehörde Hagen eingereicht. Die BI wird am Ball bleiben, damit es keine Ausweitung Richtung Osten geben wird. Es ist zu vermuten, dass die HKW über den Regionalplan doch noch einen Fuß in die Tür bekommen wollen“.