Schockvideos für unbelehrbare Motorradfahrer
26.04.2010 | 15:34 Uhr 2010-04-26T15:34:00+0200Schälk. „Kaffee statt Knöllchen”: Zu schnell fahrende Motorradfahrer kamen am Freitag auf der kurvenreichen B 236 mit einem blauen Auge davon. Auf der bei Bikern beliebten Strecke wurde von Polizei und Motorradverbänden das Gespräch mit den Zweiradfahern gesucht anstatt diese zur Kasse zu bitten.
Tobias Kotulla verzichtet an dem sonnigen Nachmittag lieber auf den kleinen Einspieler im Polizeibus. Nein, nicht weil das Wetter so schön ist, sondern weil der Biker vermutlich ahnt, was ihn erwartet. „Durch die Schockvideos fahren hier einige doch ordentlich geläutert wieder raus”, sagt Michael Wilezynski vom Bundesverband der Motorradfahrer über das Video, bei dem ein Motorradfahrer nach einem Überholmanöver in der Leitplanke landet. Es war seine letzte Fahrt.
Und eben wegen dieser Unfälle postierten sich Vertreter von „Straßen.NRW” gemeinsam mit Polizei und Motorradverbänden an der B 236 im Bereich „Schälk”. Statt Knöllchen gab es allerdings Kaffee und ein Gespräch, das den Bikern die Gefahren und Konsequenzen von nicht angepasster Geschwindigkeit aufzeigen sollte. Der Kontrollpunkt wurde natürlich nicht ganz zufällig gewählt.
Die Strecke ist bei Motorradfahrern beliebt, weil „wunderschön”, wie selbst die Polizei einräumt. Doch ist sie zugleich auch eine Unfallhäufungsstelle. Erst am Montag letzter Woche hatte sich dort noch ein Biker schwer verletzt. An Wochenenden und Feiertagen ist die kurvenreiche Fahrbahn deshalb für Zweiräder gesperrt. „Die Aktion ist eine gute Sache - bevor wir die Strecke ganz verlieren”, sagt der heraus gewunkene Tobias Kotulla. „Denn wenn sich das Verhalten nicht ändert, müssen wir uns irgendwann fragen, ob die Sperrung am Wochenende ausreicht”, erläutert Günter Sparbrod, Leiter des Fachbereichs Straßenverkehr im Kreis Unna. Eine Prognose, ob die Aktion dabei hilft, die Motorradfahrer zu sensibilisieren, will er nicht abgeben. „Diejenigen, die vernünftig sind, stellen sich der Diskussion. Die Unbelehrbaren kriegen wir wahrscheinlich auch mit dieser Aktion nicht”, so Sparbrod.
Thomas Stoltefuß, Leiter des Verkehrsdienstes, hofft auf mehr Verständnis bei den Motorradfahrern.
Der Beamte im Polizeibus ist unterdessen seit fast zwei Stunden beschäfigungslos. Tobias Kotulla blieb an diesem Tage nicht der einzige, der einen großen Bogen um die gefürchteten Videos machte.
14:49
@2
Sie fahren sicher einen von diesen China Baumarktrollern.Mit Anhänger bestimmt.So zusagen als Mini Trucker...
Da hätte ich auch keinen Spaß.
14:32
Ich habe am Schälk noch nie im Stau gestanden und mein Auto ist weder alt, noch stinkt es.
Vermutlich liegt meine Freude (und die ganz vieler anderer) ja daran....
08:24
Motorrad/ Autofahren ist eine der schönsten Beschäftigungen denen man nachgehen kann
Da wüsste ich aber viele Alternativen, die mehr Spaß bereiten. Vor allem, weil anscheinend viele so denken und die Stinkekarren nicht einmal stehen lassen können, um mal eben zum Bäcker o.ä. zu fahren. Spätestens wenn ich die Staumeldungen vor allem in der rush-hour höre, vergeht mir gehörig der Spaß am motorisiertem Verkehr.
16:33
Wenn ihr so was unbedingt sehen müßt, bitte:
http://www.youtube.com/watch?v=2iKqhgvZBVI
Motorrad/ Autofahren ist eine der schönsten Beschäftigungen denen man nachgehen kann, es wird aber niemals vollkommen gefahrlos werden.
Und wer jetzt wieder mit dem Finger auf andere zeigen möchte, der sollte in sich gehen und überlegen, was er selber beitragen kann, damit wir so was so wenig wie möglich sehen müssen.