Schnell surfen, wenn 40 Prozent der Stübbeker mitmachen

Interessiert folgten die Zuhörer den Ausführungen des Referenten, unter ihnen Ressortleiter Mike Janke, der die Veranstaltung eröffnet hatte
Interessiert folgten die Zuhörer den Ausführungen des Referenten, unter ihnen Ressortleiter Mike Janke, der die Veranstaltung eröffnet hatte
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Wenn sich genügend Stübbeker beteiligen, könnte schon bald ein Glasfaserkabel in der Waldsiedlung für schnelle Datentransfers sorgen.

Stübbeken..  Wer im Stübbeken einen schnellen Internet-Zugang mit moderner Glaskabeltechnik wünscht, kann ihn haben. Er muss nur auf ein Angebot der Fa. Telemark eingehen. Und – ganz wichtig - rund 40 Prozent der Stübbeker müssen das Gleiche tun.

Erst wenn 144 Teilnehmer zusammenkommen, lohnt sich die Investition und nur dann ist die Telemark bereit, Glasfaserkabel im Stübbeken zu verlegen. Dafür hat das Unternehmen am Mittwoch bei einer Info-Veranstaltung der Stadt Iserlohn in der Dorfhalle Reklame gemacht.

„Weißer Fleck mit ungenügender Versorgung“

So „lahm“ wie im Stübbeken ist das Internet kaum irgendwo anders. Mehr als 60 Dorfbewohner waren zur Veranstaltung gekommen. Viele von ihnen schimpften über die schlechten Datenübertragungsleitungen. Je nach Wohnlage und Tageszeit „surfen“ die Stübbeker mit Geschwindigkeiten zwischen 2 und 6 Mb/sec. In Zeiten starker Auslastung müssen sich manche sogar mit weniger als 1 Mb/sec zufrieden geben. „Das Stübbeken ist einer von 130 weißen Flecken mit ungenügender Versorgung im Märkischen Kreis“, teilte Thilo Deckert von der Telekommunikations-Gesellschaft Südwestfalen mit.

Solche Zustände können schon bald der Vergangenheit angehören. Die Stadtwerke-Tochter Telemark verspricht, das Dorf Stübbeken mit einem großen Schwung in die digitale Zukunft zu befördern. Und das soll – wenn die 144 Teilnehmer zusammenkommen – schon in diesem Sommer geschehen. Mit Glasfasertechnik sind Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mb/sec möglich. Solch ein High-Tech-Angebot gebe es für Privat-Anschlüsse in reinen Wohngebieten höchst selten, unterstrich Stefan Döbbe von der Telemark.

Das Angebot der Telemark: Wer einen Internet-Provider-Vertrag mit einer der drei folgenden Firmen abschließt – „Dokom“, „HeLi-NET“ oder „Muenet“ – bekommt kostenlos einen Glasfaser-Anschluss bis ins Haus verlegt.

Die monatlichen Kosten für Internet und Telefon würden bei 16 Mb/sec ungefähr 35 Euro betragen, wobei die drei Anbieter abweichend voneinander unterschiedliche Angebotspakete bereithalten.

Was vielen Zuhörern in der Veranstaltung weniger gut gefiel: Die meisten müssten den Anbieter wechseln, denn andere Firmen wie die Telekom gehören nicht zu den Partnern der Telemark. Und solch einem Wechsel sehen viele mit Unbehagen entgegen. „Wenn die Umstellung nicht klappt, sitze ich sechs Wochen ohne Telefon da“, berichtete ein Dorfbewohner aus leidvoller Erfahrung. Durch neue Gesetze und strenge Auflagen würde solchen Zuständen heute wirkungsvoll vorgebeugt, beruhigte die Telemark.

Als Tochtergesellschaft mehrerer Stadtwerke ist die Telemark immer schnell am Start, wenn irgendwo neue Versorgungsleitungen in die Straßen gelegt werden. So hat die Telemark auch in den meisten Straßen im Stübbeken längst Leerrohre für Glasfaser legen lassen. Das hat für die Bürger den Vorteil: Wenn das Glasfaser-Projekt zustande kommt, brauchen im Stübbeken nur wenige Straßen wieder aufgerissen zu werden. Auch bei den Hausanschlüssen könne man durch geschicktes Vorgehen „die Buddelei“ in Grenzen halten, versicherte die Telemark.

Wer Interesse hat, kann sich bei der Telemark in Lüdenscheid erkundigen, Tel. 0800 8000121 (glasfaser@telemark.de) oder sich an Thorsten Wattenberg bei der Stadt Iserlohn (Tel. 02371 / 217-2917) wenden.

Auch der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Thomas Haarmann, ist bei der Informationsbeschaffung behilflich. Bei der Info-Veranstaltung regte ein Zuhörer an, dadurch Kosten zu sparen, dass sich das ganze Dorf für ein- und denselben Provider entscheidet.