Schmerzlicher Abschied rückt immer näher

Kirchmeister Dieter Buschkämper und Pfarrer Fritz-Uwe Schulte (re.)  vor der Dröscheder Adventskirche, die nach einem Entwidmungsgottesdienst in den kommenden Monaten der Bebauung des Geländes weichen muss.
Kirchmeister Dieter Buschkämper und Pfarrer Fritz-Uwe Schulte (re.) vor der Dröscheder Adventskirche, die nach einem Entwidmungsgottesdienst in den kommenden Monaten der Bebauung des Geländes weichen muss.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Mit dem Entwidmungsgottesdienst schließt sich das Kapitel der Dröscheder Adventskirche. Danach beginnt der Abriss des Gotteshauses.

Dröschede..  Emotional aufwühlend ist es gerade für die Dröscheder Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Oestrich-Dröschede: nach dem Entwidmungsgottesdienst am kommenden Sonntag, um 10 Uhr, werden die Adventskirche und das Gemeindehaus in den kommenden Wochen aus dem Dorfbild verschwinden. Das Kirchengelände wird bebaut.

Dazu Pfarrer Uwe Schulte: „Wir nehmen Abschied von einem Gotteshaus, das sechs Jahrzehnte lang Gottesdienstort in Dröschede war“ und er ergänzt: „Es wird für uns als Gemeinde schmerzhaft und traurig, aber wir sind froh, dass wir mit dem Gottesdienst einen Ort haben, um Abschiedsschmerz zu teilen, gemeinsam wollen wir nach dem Tröstlichen suchen, das bleibt und nach dem Hoffnungsvollen, nach dem wir uns ausstrecken“.

Pfarrer Uwe Schulte ist nach dem Weggang von Pfarrer Hans-Peter Marker nun für die gesamte Gemeinde in Oestrich und Dröschede zuständig.

„Der Gottesdienst wird aber auch dazu dienen, dankbar zurückzublicken und an den Segen zu erinnern, der in diesen fast sechs Jahrzehnten von dieser Kirche ausgegangen ist und in ihr erfahren wurde.“

Superintendentin Martina Espelöer begleitet die Gemeinde in diesem Gottesdienst und wird die Predigt halten. Das gemeinsame Abendmahl, das ein letztes Mal in der Adventskirche gefeiert wird, soll dann die Gemeinde stärken für den gemeinsamen Auszug, der liturgisch gestaltet wird. Die tragbaren gottesdienstlichen Geräte werden zum Ende des Gottesdienstes aus der Kirche getragen und nach Oestrich überführt, wo ein feierlicher Abschluss die Entwidmung offiziell beschließt. Beim anschließenden Kirchencafé gibt es dann die Möglichkeit miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir würden uns freuen, wenn sich viele – auch gerade die, denen der Abschied von „ihrer“ Kirche besonders schwerfällt – mit uns auf diesen Weg machen, um den Abschied gemeinsam zu gestalten“, so Pfarrer Schulte.

Wie wird es nach dem Entwidmungsgottesdienst weiter gehen? Darüber sprach die Redaktion mit Uwe Tanne, beim Kirchenkreis zuständig für Bau- und Liegenschaften.

Nach den ihm vorliegenden Informationen wird die mit dem Abriss der Kirche beauftragte Firma bereits in der kommenden Woche einen Bauzaun rund um das Gebäude aufstellen, um es zum benachbarten Kindergarten abzutrennen.

Asbesthaltiges Material wird vorschriftsmäßig entsorgt

Dann wird mit der Entkernung des Gebäudes begonnen. Glas, Holz, Metall, elektrische Leitungen werden separat auf dem Gelände gelagert. Wenn diese Vorarbeiten abgeschlossen sind, wird das Unternehmen Hendler aus Plettenberg mit der Abdeckung des Daches beginnen.

Da die Platten, Dämmstoffe und auch der Kitt der Fenster asbesthaltig sind, wird dieses Material den Vorschriften entsprechend behandelt und luftdicht verpackt. Die großen Säcke (Bags) werden danach fachgerecht entsorgt.

„Nach dem vorliegenden Gutachten ist es nicht notwendig, dass die Kirche dafür mit Planen eingehaust werden muss“, so Uwe Tanne. Er schätzt, dass bei dem Abriss etwa 10 Tonnen Holz, 20 Tonnen Baustoffe und andere Materialien sowie 330 Tonnen Bauschutt anfallen werden.

Das angefallene Material wird dann nach mit 40-Tonnern abgefahren. Tanne vermutet, dass dafür etwa 10 bis 12 Lkw-Fahrten notwendig sind. Tanne schätzt, dass der Abriss der Kirche knapp eine Woche dauern wird. „Das bedeutet, dass täglich etwa 2 Lkw-Fahrten anfallen“.