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Aquamathe

Schließung, Neubau oder Flickschusterei

13.02.2012 | 17:28 Uhr
Schließung, Neubau oder Flickschusterei
Vetreter der CDU-Ortsunion und Letmather Vereine besuchten am Montag das Aquamathe, um sich über die Höhe möglicher Investitionen zu informieren.

Letmathe. Das verheerende Gutachten über das Aquamathe (wir berichteten), hat die Politik in Alarmstimmung versetzt. Am Montag besichtigte die Letmather CDU-Ortsunion zusammen mit Vertretern Letmather Vereine das Bad, um sich von Martin Luig, dem Betriebsleiter der Bädergesellschaft einen Überblick über die notwendigen Investitionen geben zu lassen.

Martin Luig: „Wir haben im Aquamathe zwei Hauptprobleme: Erstens die veraltete Baderwassertechnik, die noch aus dem Jahr 1968 stammt und zweitens massive Probleme mit der Bausubstanz“.

Als das Bad nach längerer Renovierung 1995 wiedereröffnet wurde, flossen die Mittel in die Fassade und die Lüftung sowie die Einrichtung der Sauna, nicht jedoch in die Technik.

Nach Aussage von Luig müsste der gesamt Duschtrakt abgerissen und neu gebaut werden. Der Duschtrakt wurde als Trockenbau-Ständerwerk errichtet, feuerverzinkte Schienen, auf denen Rigips-Platten aufgeschraubt wurden. Durch die enorme Belastung mit Feuchtigkeit wurden die Rigips-Platten weich, die Schienen verrosteten und fielen ab und die Fugen sind stets in einem desolaten Zustand. Auch bei den Sanitäranlagen und im Saunabereich traten dadurch statische Probleme auf. Die Dämmung im Ständerwerk wurde feucht und wird nie richtig trocken, dadurch bildeten sich Beulen in der Wand, die notdürftig repariert wurden. Bei der CDU und den Vereinsvertretern wurde Unmut laut: „Wer hat diesem Pfusch am Bau zu verantworten?“ Auch im Beckenbereich sieht es nicht gut aus, durch die Last des Wassers wurde der Beckenboden nach außen gedrückt, der Boden der Beckenumrandung drücke sich an den Pfeilern hoch. Durch undichte Fugen tropft Wasser in den Keller, jährlich müssen sie erneuert werden, auch weil sich Schimmel in ihnen bildet. Luig nannte auch Zahlen: nach seiner Einschätzung schlagen die Sanierungsarbeiten mit folgenden Summen zu Buche: Beckenumgang (100000 Euro), Verrohrung (50000 Euro), Lüftungstechnik (165000 Euro), Wassertechnik Hallenbad (150000 Euro), Wassertechnik Freibad (200000 Euro), Beckenkopf (50000 Euro). Weiterhin ist das Flachdach undicht, es gibt einen enormen Wärmeverlust durch die Glasfront, die Kanalisation am Aquamathe (gebrochene Leitungen) muss erneuert werden und auch die Heizkessel und die Beleuchtung bedürfen einer Erneuerung. Luig verhehlte nicht, dass das Aquamathe einen stetigen Besucherrückgang zu verzeichnen hat: Vor zahn Jahren war es noch 100000 Badegäste, jetzt sind es 80000, Tendenz fallend. Seiner Ansicht nach ist das Bad am „Ende des Lebenszyklus“ angekommen, die Politik aber, so war ersten Äußerungen zu entnehmen, stemmt sich gegen einen Abriss und will weiter am Aquamathe festhalten.

Hartmut Becker

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Kommentare
14.02.2012
02:48
Schließung, Neubau oder Flickschusterei
von Fenchel | #1

Bei der CDU und den Vereinsvertretern wurde Unmut laut: „Wer hat diesem Pfusch am Bau zu verantworten?“

Ist es den Christdemokraten erst heute aufgefallen, oder war noch niemand als Gast. Es ist schon merkwürdig, das erst jetzt ein Schuldiger gesucht wird. Erst dann, wenn die Schließung zur Debatte steht.

Ich betrachte es als 100 % Populismus.

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