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Saalbau war Treffpunkt für Katzenliebhaber aus Nah und Fern

15.03.2009 | 14:16 Uhr
Saalbau war Treffpunkt für Katzenliebhaber aus Nah und Fern

Letmathe. Tierfreunde gibt es viele. Doch unter ihnen sind die Katzenliebhaber offenbar eine ganz besondere Sorte Mäuse. Das machte am Wochenende ein Besuch der mittlerweile vierten Internationelen Katzenausstellung im Saalbau deutlich.

Knapp 180 Katzen und Kater wurden am Samstag und Sonntag von ihren Besitzerinnen und Besitzern aus Deutschland und dem benachbarten Ausland präsentiert. Und jeden einzelne dieser Tiere wird innig geliebt.

Das Katzenliebhaber verlangt nichts von seinem vierbeinigen Schützling. Er muss nicht sprechen wie ein Papagei, kein Stöckchen holen oder sich auf Befehl hinsetzen wie ein Hund, nicht singen wie ein Kanarienvogel und schon gar nicht den menschlichen Speiseplan bereichern. Selbst das seidige Fell der Minitiger wird zwar mit sichtlichen Glückgefühlen der Zweibeiner gekrault, gestreichelt oder an die Wange gekuschelt - aber nur solange die lebendige Katze noch drinsteckt. Die Ausstellung von Produkten aus Katzenfell - bei Kaninchenzüchtern durchaus üblich - ist in diesem Fall undenkbar. „Alle hier würden angesichts eines Rheuma-Katzenfells sofort auf die Barrikaden gehen, ”, sagt die Hohenlimburgerin Monika Müller, 2. Vorsitzende des Family-Cats-Club, der die Ausstellung ausrichtet.

Das ganze Bemühen eines wahrhaften Katzenfans ist darauf ausgerichtet, dass es den Tieren nach menschlichem Maßstab gut geht. Die Ausstellungskäfige sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Mit flauschigen Decken, Kissen, Hochbetten, Himmelbetten, Spielzeug und einem Sanitätbereich - dem unverzichbaten Katzenklo. Ob da gelegentlich die Grenze zum Kitsch überschritten wird, ist Geschmackssache.

Die Katzen jedenfalls scheinen sich in ihren kleinen Palästen wohl zu fühlen, liegen dösend auf ihrem Diwan, als ob sie die ganze Aufgeregtheit der Menschen, die immer wieder mit glänzenden Augen durch die Gittestäbe spähen und dabei neben Fachsimpeleien laute wie „Oh” und „Ah” von sich geben, überhaupt nichts anginge.

Bereitwillig lassen sich die Katzen und Kater gelegentlich knuddeln, allerdings nur unter strenger Aufsicht ihrer Besitzer. Denn eigenmächtiges Berühren durch die Besucher ist nicht erwünscht. Die Katzen sind empfindlich, und wer weiß schon, welche Krankheitserreger sich an Besucherhänden tummeln. Die meisten Käfige sind deshalb durch Klarsichtfolien oder transparente Netze gesichert, damit nur ja niemand keck seinen bakterienverseuchten Finger durch die Stäbe steckt.

Aus ist es mit der Katzenruhe immer dann, wenn es vor den Richter geht. An beiden Ausstellungstagen löst ein Wettbewerb den anderen ab. Rund 200 Pokale werden vergeben. Für die Tier besten Tiere aus allen Rassen, Fell- und Farbvarianten - wobei zum einen die Rassemerkmale die Bewertungskriterien sind, zum anderen schlicht die Schönheit des Tieres, zumindest aus Sicht der Menschen. Prämiert wird aber auch die gelungenste Käfigdekoration, und für die Kinder gibt es einen Spezialwettbewerb, bei dem ein Schiedgericht mit gespielten Ernst die Kuschelkatzen aus Plüsch und Stoff bewerten.

Am Rande der Ausstellung, die auch diesmal wieder viele hundert Besucher aus der weiten Region nach Letmathe lockte, kann alles bestaunte oder gekauft werden, was an Produkten rund um die Katze auf dem Markt ist. Von Katzenmöbeln von schlichten Kratzbaum bis hin zur zimmerfüllenden Katzenburg, vom Filzball über Plüschmäuse, bunte Federwedel bis zur Kugelbahn. Alles was den Spiel- und Jagdtrieb anregt und befriedigt, soll die geliebte Katze bekommen. Und alles, was ihr schmeckt und sie gesund erhält - bis hin zur Medizin aus der Katzenapotheke.

Wie gesagt, sie sind eine ganz besondere Sorte Mäuse, die Katzenliebhaber. Im kommenden Jahr soll es die nächste Ausstellung im Saalbau geben.

Saalbau war Treffpunkt für...

Reinhard Köster

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Kommentare
16.03.2009
07:58
Saalbau war Treffpunkt für Katzenliebhaber aus Nah und Fern
von Antonietta | #1

Vor dem Kauf eines sogenannten Rassetieres sollte bedacht werden, daß möglicherweise eine Qualzüchtung unterstützt wird.

Die Zucht von Katzen unterliegt dem Diktat von Modetrends und Rassestandards. Wie bei Hunden verlangt man bei Katzen nach niedlichen, rundköpfigen und stupsnasigen Tieren. Der Preis ist auch hier der gleiche, wie das Beispiel der Perserkatze zeigt. Der runde, breite Kopf der Katzenwelpen erschwert die Geburt und die Tiere haben Atembeschwerden. Bei der Rex-Katze ist das Zuchtziel eine abnorme Verringerung des Fells. Extremes Beispiel ist die Linie English-Rex. Da außerdem die Schnurhaare stark verkürzt sind, ist der Tastsinn der Tiere eingeschränkt. Bei den Manx-Katzen fehlt der Schwanz, zusätzlich leiden sie unter Muskel- und Nervenschädigungen.

Tiere, die nicht überzüchtet sind oder eine gesunde Promenadenmischung, die im Tierheim auf ein neues Zuhause wartet, werden mehr Freude bereiten.

www.tierheimlinks.de

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