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Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken

26.10.2009 | 16:20 Uhr
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken

Letmathe/Ergste. Der Erörterungstermin des Petitionsausschusses im September zeigt erste Wirkung: Die Leitplanke, die zur Beseitigung des Kurven-Treffs an der B 236 zwischen Hiddemann im Spiek und Michaelisweg geplant war, wird nicht installiert.

Letmathe/Ergste. Der Erörterungstermin des Petitionsausschusses im September zeigt erste Wirkung: Die Leitplanke, die zur Beseitigung des Kurven-Treffs an der B 236 zwischen Hiddemann im Spiek und Michaelisweg geplant war, wird nicht installiert.

Eine entsprechende Weisung erteilte das Verkehrsministerium an den Landesbetrieb Straßen.NRW. Stattdessen wird in den ersten November-Wochen die Böschung durch Aufschüttungen bis an die Straße gezogen. Damit soll verhindern werden, dass sich dort weiterhin Motorradfahrer mit ihren Maschinen aufhalten können. Die Polizei hatte diese Kurve als Treffpunkt ausgemacht, an dem andere Motorradfahrer gern mal waghalsige Manöver hinlegen, und deshalb dessen Entschärfung gefordert.

Der Auftrag zur Aufschüttung werde in den nächsten Tagen vergeben, bestätigte Heiko Rumpel, stellvertretender Leiter der zuständigen Landesbetrieb-Niederlassung Ruhr in Bochum. Zusammen übrigens mit der Erneuerung der Straßendecke zwischen Kirch- und Ruhrtalstraße, mit der ebenfalls in der ersten oder zweiten November-Woche begonnen werden soll.

Über die Abkehr vom Leitplanken-Plan für die so genannte Applaus-Kurve hinaus kursiert nach Informationen der Heimatzeitung beim Landesbetrieb ein Papier, das sogar den Abbau weiterer Leitplanken im Zuge der B 236 vorsieht. „Darüber ist aber noch nicht entscheiden”, sagt Rumpel, stellt gleichwohl vorsichtshalber schon mal fest: „Ich bin ein Gegner vom Abbau etwa der Leitplanke hinter dem Michaelisweg in Richtung Ergste.” Dabei handele es sich um eine Sicherung für Autofahrer, die von der Straße abkommen: „Die will ich nicht im Feld haben.”

Die Nachricht vom Verzicht auf die Leitplanken trifft beim Ergster Michael Wilczynski, der sich für die Rücknahme der temporären Sperrung der Bundesstraße zwischen dem Schälk und Ergste für Zweiradfahrer stark gemacht hatte, auf ungeteilte Zustimmung. Schließlich habe er schon beim Erörterungstermin im Grünen Krug deutlich gemacht, dass er eine solche Maßnahme als „hochgefährlich” für Motorrad- wie auch Autofahrer einschätze. Dieser Sicht der Dinge schloss sich jetzt offenbar das Ministerium an.

Wilczynski verbindet weitere Hoffnungen mit einem Brief vom Petitionsausschuss, der ihn kürzlich erreichte. Darin wird ein erneutes Treffen an der B 236 Anfang März angekündigt. Bis dahin will das Verkehrsministerium eine detaillierte Aufstellung des Unfallgeschehens seit 2005, also nach Abschluss der Straßenerneuerung zwischen dem Schälk und Ergste, vorlegen. Und zwar aufgeschlüsselt nach Unfällen von Motorrädern und von Pkw. Davon verspricht sich der passionierte Zweiradfahrer und Vorsitzende der Gespann- und Motorradfreunde Sauerland den Nachweis, dass es eben nicht die Unfallhäufigkeit war, die zur Sperrung der Strecke für Motorräder an den Wochenenden führte, sondern das Ruhebedürfnis der Anwohner. „Und das sind eben zwei Paar Schuhe. Aus Lärmschutzgründen kann man nicht einfach eine Bundesstraße für eine bestimmte Gruppe von Verkehrsteilnehmern sperren”, sagt Wilczynski.

Er selbst und der Bundesverband der Motorradfahrer wollen jedenfalls in ihren Bestrebungen gegen die Sperrung am Ball bleiben: „Wir wollen zu Beginn der nächsten Zweirad-Saison gemeinsame Aktionen mit dem Verkehrsdienst der Polizei auf die Beine stellen”, kündigt der Ergster an. Außerdem setzt er auf die technische Entschärfung der B 236, mit der er eine Freigabe erreichen möchte. Dazu zählen ein Überholverbot auf dem gesamten Streckenabschnitt, doppelt durchgezogene Linien sowie so genannte Bischofsmützen zwischen den Fahrspuren.

Manfred Kowitzke

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Kommentare
29.10.2009
16:59
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von Michael Wilczynski | #6

@ Pete, Sinn macht das keine Leid/t)planke kommt! Das einige abgebaut werden sollen verwundert mich schon, aber es ist positiv zu sehen. Warum muss an einem Feld wo keine Hindernisse sind eine sogenannte Schutzplanke installiert werden.
(Zu den Rüttelschwellen, Ich habe die Referenzrüttelschwellen in Detmold/ Lippe gesehen, Wenn die so hier eingebaut worden wären, wäre die Strecke wirklich unatraktiv.)
@ Franz, Die baulichen Maßnahmen die von unserer Seite angeregt wurden, werden zum Teil durch den BvdM gezahlt! Ausserdem zahlen Motorradfahrer auch Steuern die zur Erhaltung und Sicherung der Straßen gedacht sind.
@ smartdriver, deine Ideen solltest du patentieren lassen ;-)

Michael

29.10.2009
15:29
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von Smartdriver | #5

Ich überlege kleine klappbare Stühle zu konstruieren, die man auf die Leitplanken stecken kann.....

29.10.2009
13:17
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von franz62 | #4

Es gibt total kaputte Strassen, wo man auch außerorts deshalb kilometerweit nur 50 fahren darf.
Es gibt Anwohner, die müssen Tausende abdrücken an die Gemeinde für eine normale Strasse. Und hier werden Gelder verschwendet für eine Strasse in super Zustand, werden da auch die Anwohner an den Kosten beteiligt, denn dem Benutzer bringt das ja nichts.

28.10.2009
10:42
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von Pete2009 | #3

So, nun hat man also vor Wochen für teuer Steuergeld die Kurve erstmal schön eingesät und nun will man das jetzt zu und anschütten - Macht ja wirklich Sinn. Was macht man denn mit der Zufahrt zum Feld - ich meine das Stückchen wo man in den letzten Wochen immer die Motorradfahrer parken sah, denn die ganze Aktion mit der Kurve hat ja bisher außer Kosten wieder mal nichts gebracht. Es wird ja weiterhin auf der Strecke geheizt, dass es eine wahre Freude ist und die Fans hocken ja weiter in der Applauskurve.

27.10.2009
13:50
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von Ohjemine | #2

Was soll dieser ganze Blödsinn?

27.10.2009
13:48
Ruhe in der Applauskurve durch Böschung statt Leitplanken
von Besserwiss | #1

Es ist einfach nicht zu glauben. Da existiert mal ein intaktes Stück Straße, welches dann auch genutzt wird, in unserer Bananenrepublik und schon sind die Probleme. Es werden Gelder durch den Kamin gejagt um die Straße wieder zu zerstören (Rüttelwellen, Böschungen anschütten, Leitplanken ab- oder anmontieren). Kann das denn alles noch Wahr sein? Wie wäre es mal, wenn man die Straßen-NRW Fachleute anzeigt?! Stichwort Verschwendung von Steuergeldern?

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