Kunst und Kulinarisches
Rolf Zacher und Robert Marteau begeisterten bei Neuhaus
07.02.2010 | 14:05 Uhr 2010-02-07T14:05:00+0100
Lössel. Rolf Zacher polarisiert. Die einen mögen den Charakterdarsteller, anderen ist er zu spröde. An drei Abenden war der Mime im Romantik-Hotel Neuhaus der Gesprächspartner von Moderator Thomas Reunert.
Die jüngsten Veranstaltungen von „Kunst und kulinarische Genüsse” am Freitag, Samstag und Sonntag standen diesmal unter dem Motto „Alles nur Illusion” - oder - „Wo lassen Sie denken?” Während die „Premiere” am Freitag etwas schleppend anlief, konnten die Gäste an den beiden weiteren Tagen von den Zacher-Geschichten, die der Moderator dem Star entlockte, nicht genug bekommen. Als weiteren Gast konnte Reunert den Zauberer und Mentalmagier Robert Marteau begrüßen, der das Publikum im festlich dekorierten Neuhausschen Saal mit seinem Können begeisterte.
Illusion auf der Bühne und im Film - die Protagonisten näherten sich höchst unterschiedlich diesem Thema. Auf der einen Seite Rolf Zacher, der vielen sicherlich aus Filmen wie „Peng, du bist tot”, „Voll normaaal”, „Die Venusfalle” oder „Berlin Alexanderplatz” bekannt sein dürfte. Seine jüngste Rolle war die des „Harry” in der Telenovela „Rote Rosen”.
Zachers Leben ist wie ein Rennen auf der Überholspur. Schaupieler, Musiker, Autor und Sänger, manchmal Rüpel und Zocker, kein Metier ist ihm fremd.
„Die Schauspielerei ist für mich Leben vor der Kamera”, so Zacher, der mit 23 Jahren mit der Schauspielerei begann. „Es muss alles von innen kommen”. In über 240 Filmen hat Zacher bisher mitgespielt und für „Endstation Sehnsucht” erhielt er 1982 den Bundesfilmpreis.
Rolf Zacher wurde 1941 in Berlin „in einem Taxi” geboren. Erste filmische Erfolge feierte er bereits Mitte der 60er-Jahre. „Von meinen ersten Gagen kaufte ich mir einen Porsche, den ich dann in Spanien bei einem Unfall zerlegte”. Gegen die Unfallfolgen erhielt er damals morphinhaltige Medikamente. Als diese nicht mehr halfen, versuchte er seine Schmerzen mit Heroin zu bekämpfen, was schließlich in eine Drogenabhängigkeit mündete. Erst nach zahlreichen Entziehungskuren und mehreren Haftstrafen (er verbrachte insgesamt zwei Jahre im Gefängnis) schaffte Zacher es in den 80er Jahren, von seiner Sucht los zu kommen.
Auf die Frage von Reunert, wie er sich denn im Gefängnis gefühlt habe, antworte Zacher „Wunderbar!” Nach einer Phase des Selbstmitleids begann er hinter Gittern zu schreiben, Tagebuch zu führen. „Wenn man ganz für sich allein ist, kann die Fantasie arbeiten”, so der Schauspieler. 2003 brachte er seine Biografie „Endstation Freiheit” heraus. Was wohl die wenigsten wissen ist, dass Rolf Zacher ein exzellenter Sänger und Musiker ist. So spielte er unter anderem in der Formation „Amon Düll II” mit, deren bekannteste Veröffentlichung „Tanz der Lemminge” ist. Bei Neuhaus begeisterte er die Zuhörer mit der Ballade „Ich warte auf nichts”, die 2008 auf seiner Platte „Latest Hits” veröffentlicht wurde.
Auf der anderen Seite beleuchtete Mentalmagier Robert Marteau das Thema „Illusion”. Mit verblüffenden Tricks und treffenden Voraussagen brachte er die Gäste ein ums andere Mal zum Staunen. So notierte er treffend zweistellige Zahlen auf einem Zettel, die sich Reunert und Zacher ausgedacht hatten. Besonders spektakulär der Trick mit einer verschlossenen Glasbox, in der sich ein Zettel befand. Marteau ging mit einer Schüssel, in dem sich fünf Schlüssel befanden, zu einem Tisch. Die Gäste durfte sich jeweils einen Schlüssel für ein Schloss aussuchen. nach und nach kamen die Gäste auf die Bühne und versuchten, das Schloss zu öffnen, was letztlich einer Dame gelang. Sie öffnete die Box und reichte Marteau den Zettel: „Eine Dame fand den passenden Schlüssel. Sie trägt eine rot eingefasste Brille und eine mit Pailletten verzierte Bluse”.
Nach rund dreieinhalb Stunden verabschiedete Thomas Reunert am Freitag seine beiden Gäste. Mit viel Applaus bedankten sich die Besucher nicht nur bei den Akteuren, sondern auch bei Familie Neuhaus, dem Küchenteam und dem Team vom Iserlohner Kulturbüro, allen voran „JoJo” Jostmann.
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