„Rettet unsere Dorfhalle: Jetzt packen wir’s an“

Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Stübbeken, Thomas Haarmann.
Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Stübbeken, Thomas Haarmann.
Foto: IKZ
Der neue Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Stübbeken nimmt in einem Interview Stellung zu aktuellen Problemen, Plänen und Wünschen für den Ortsteil.

Stübbeken..  Auf Willy Haarmann, den früheren Landrat und Bürgermeister ist ganz Stübbeken stolz. Nach ihm ist der Dorfplatz benannt. Sein Enkel Thomas Haarmann ist seit Mitte 2014 Vorsitzender der Dorfgemeinschaft mit knapp 400 Mitgliedern. Der 46-jährige Chirurg, Ehemann und Vater von zwei Kindern hat sich vorgenommen, die Dorfgemeinschaft zu stärken .

Die Winterwanderung hat in diesem Jahr sensationell Zuspruch gefunden. Ein gutes Zeichen?

Ja, über 60 Teilnehmer. Wir haben viel Werbung gemacht, trotzdem hat damit keiner gerechnet.

Also setzen Sie weiter auf die traditionellen Angebote?

Der Vorstand sagt bewusst: Wir wollen nicht alles übern Haufen werfen, aber auch Neues wagen.

Zum Beispiel?

Wir wollen den Dorfsommer umgestalten. Das Kinderfest ist gut besucht, der Freitag dagegen schlecht. Ich denke, wir werden wieder ein Rockkonzert machen.

Was gilt es sonst zu verbessern?

Die Dorfhalle ist 60 Jahre alt und leidet an Attraktivitätsverlust. Wir müssen die sanitären Anlagen erneuern. Das ist seit Jahren ein Thema, aber jetzt packen wir’s an. Dazu haben wir die Aktion „Rettet unsere Dorfhalle“ gestartet. Das Geld auf dem Konto reicht nicht. Wir brauchen weitere Geld- und Baumaterialspenden und suchen Handwerker, die uns helfen.

„Rettungsaktion“ klingt sehr dramatisch.

Derzeit trägt sich die Halle gerade so eben noch. Aber auf lange Sicht geht das nicht so weiter. Wir müssen investieren, damit die Vermietungsfrequenz steigt. Stadtranderholung, Feuerwehr und Blutspendedienst sind ja als Nutzer ausgefallen.

Die Feuerwehr Stübbeken ist vor einigen Jahren nach Letmathe gezogen. Ist sie im Dorf noch präsent?

Ich würde sagen, sie hat sich ein Stück weit entfernt. In der Löschgruppe sind ja, so weit ich weiß, nur noch drei Aktive aus dem Dorf vertreten. Ich würde sagen, man hat sich ein wenig auseinandergelebt.

Letmathe hat einen hohen Altersdurchschnitt. Stübbeken auch?

Wir haben hier viele Kinder, und es ziehen auch immer wieder Familien mit Kindern ins Dorf. Übrigens: Bei der Sternsingeraktion haben im kleinen Stübbeken genau so viel Kinder mitgemacht wie in der großen Gemeinde St. Kilian.

Was sagen Sie zu Themen wie Windkraft und Breitbandkabel?

Ich bin froh, dass es die Windräder auf dem Schälk nicht gibt. Die Verlegung von Glasfaserkabel unterstützen wir. Es wird aber sehr schwierig werden, genügend Kunden zu finden, die bereit sind, ihren Anbieter zu wechseln.

Ein Wort zum Straßenverkehr.

.Zum Glück halten sich die Autofahrer einigermaßen an Tempo 30. Aber der Straßenzustand an der Dorfeinfahrt ist miserabel. Da müsste die Stadt dringend tätig werden.