Realschule hat wieder eine Bücherei

Die 6a der Realschule Letmathe darf von sich behaupten, als erste komplette Klasse die neue Bücherei besucht zu haben.
Die 6a der Realschule Letmathe darf von sich behaupten, als erste komplette Klasse die neue Bücherei besucht zu haben.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Klein, alt, und längst nicht mehr genutzt. Das war der Zustand der Schülerbücherei der Realschule Letmathe – bis Freitagmorgen. Jetzt haben die Schüler in einem neuen Raum das Heft selbst in die Hand genommen.

Letmathe..  Die Realschule Letmathe ist wieder komplett. Es war kurz nach 10 Uhr, als Schülersprecher Joel Erdmann aus der 10d am Freitagmorgen das Baustellenband durchschnitt und damit die neue Schülerbücherei eröffnete. Für diesen Augenblick hat die Schule einen langen Anlauf genommen.

Leiterin Anja Swoboda blickt zurück: „Es gab vor zwei Jahren einen Sponsorenlauf. Die Einnahmen daraus gingen zur Hälfte an unsere Partnerschule in den Kongo, die andere Hälfte war für diese Bücherei vorgesehen.“ Endgültig in die heiße Phase traten die Planungen im November vergangenen Jahres, da begann die Neugestaltung eines früheren Klassenzimmers zur Bücherei.

Schüler organisieren den Betrieb in Eigenregie

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es waren Schüler, die sich unter der Leitung von SV-Lehrerin Ann-Kristin Kasper in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden und kräftig mit angepackt haben. Zunächst griffen sie zu Pinsel und Farbe. „Dieses typische Klassenzimmer-Grau wollten wir nicht mehr haben“, erklärt Noah aus der achten Klasse. Stattdessen haben die Wände jetzt ein angenehmes Grün erhalten – naja, zum größten Teil. Noah: „Die Farbe hat leider nicht ganz gereicht.“ Vielleicht wird das ja irgendwann nachgeholt. Hilfreich wäre es jedenfalls, wenn die Realschüler ihre gute Stube ausnahmsweise vernachlässigen würden, indem sie die ausgeliehen Bücher zu spät wieder abgeben. Dann werden nämlich 50 Cent Strafe fällig. „Das Geld“, sagt Noah zu den Premierengästen, „wird auf jeden Fall wieder für die Bücherei verwendet.“

Ganz oben auf der Liste stehen natürlich weitere Bücher. Der Ausleihbestand umfasst zwar 200 Medien, aber in den Regalen ist noch genügend Platz für weitere neue Bücher – wobei die Betonung auf „neu“ liegt. Das verdeutlichten Kaspers und Swoboda am Rande der Eröffnung. Sie dankten bei dieser Gelegenheit Roland Hack, aus dessen „Kleiner Buchhandlung“ viele Bücher stammen und wiesen darauf hin, dass Bücherspenden immer gerne gesehen sind. Werke wie Enid Blytons „Fünf Freunde“, „Moby Dick“ oder „Die Schatzinsel“ sind zwar in die Jahre gekommen, gelten aber als zeitlose Klassiker.

Auf bislang unbekanntem Weg haben auch zeitgeschichtliche Perlen den Weg in den Ausleihbestand gefunden: Die Schüler können ihre neugierigen Nasen in verschiedene Ausgaben von „Peter Moosleitners interessantes Magazin“, kurz „P.M.“, stecken Unter anderem warten die Ausgaben 8/1989 und 3/1990 mit den damaligen Trends aus Wissenschaft, Natur und Technik darauf, gelesen zu werden.

Im 21. Jahrhundert angekommen ist die Technik. Noah hat am PC ein Programm gestaltet, in dem die Ausleihen samt Fristüberschreitung erfasst werden. Ein Drucker, der den Schülern zur Verfügung steht, ist an das System angeschlossen. Besucht werden kann die Bücherei während der Öffnungszeiten: Montags nach der fünften Stunde, mittwochs in der ersten Pause und freitags in der zweiten Pause.