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Bartholomäusschule

Oestricher Schule - Vorbild für Inklusion

02.02.2012 | 17:32 Uhr
Oestricher Schule - Vorbild für Inklusion
Über das Thema Inklusion sprach Michael Scheffler (re.) an der Bartholomäusschule mit Rektorin Barbara Metzger (li.) und Konrektorin Verena Heintz.

Oestrich.Die Bartholomäusschule wird zur „Pilgerstätte“ in Sachen Inklusion. Lehrer aus ganz NRW besuchen die Oestricher Grundschule, um sich zu informieren, wie der gemeinsame Unterricht von Behinderten und Nichtbehinderten funktionieren kann. Was in Zukunft auf alle Schulen zukommt, wird in Oestrich seit 18 Jahren erfolgreich praktiziert.

Grund genug für den Landtagsabgeordneten Michael Scheffler, sich an der Schule (seines Wohnorts) umzusehen. „Was hier geschieht, ist vorbildlich“, stellte Scheffler gestern am Ende eines Gesprächs mit Rektorin Barbara Metzger und Konrektorin Verena Heintz fest. Oestrich sei „nah dran“ am Ideal.

Seit 1994 werden an der Bartholomäusschule Kinder mit Behinderungen aller Art gemeinsam mit nichtbehinderten Kindern unterrichtet. „Die Erfahrungen damit sind höchst erfreulich“, wie Metzger unterstrich. Behinderte und Nichtbehinderte bereicherten sich gegenseitig mit ihren individuellen Stärken und Eigenschaften. Konrektorin Heintz nannte Beispiele: Ein behindertes Mädchen wehrte sich innerlich dagegen, sich vom Lehrer zeigen zu lassen, wie man einen Mantel oder eine Jacke zuknöpft. Im Miteinander mit den anderen Kindern aber lernte sie es fast auf spielerische Weise. In einem anderen Fall setzten sich Mitschüler vehement dafür ein, dass ein behindertes Kind nicht in eine andere Klasse versetzt wurde. Dieses Kind förderte durch seine unkomplizierte Fröhlichkeit das Lernklima für alle.

„Der Lernerfolg und das Lerntempo der Nichtbehinderten werden durch den gemeinsamen Unterricht nicht beeinträchtigt“, räumte Metzger mit alten Vorurteilen auf. Das Gegenteil sei der Fall. Förderschulen würden durch die Inklusion nicht völlig überflüssig, aber weit mehr Kinder als bisher könnten und sollten in „normale“ Schulen aufgenommen werden.

Die allgemeine Einführung der Inklusion hat allerdings auch ihren Preis. Und die Oestricher Lehrerinnen und Lehrer wissen, was schwerpunktmäßig zu tun ist. Klassengröße mit bis zu 30 Schülern seien das größte Hindernis, setzte sich Barbara Metzger für kleinere Klassen und damit eine bessere Lehrerversorgung ein.

Scheffler notierte den Wunsch. Er versicherte, der „demografische Gewinn“, der sich aus schrumpfenden Schülerzahlen ergebe, werde für eine bessere Personalausstattung der Schulen genutzt. Ein weiteres Anliegen der Schulleitung aufgreifend, bekräftigte Scheffler, dass das Land selbstverständlich etwas tun werde, um Lehrer durch Fortbildungen auf die Inklusion vorzubereiten. An die Adresse der Schulträger und damit auch an die Stadt Iserlohn richtete Scheffler die Bitte, die Zuweisungen vom Land verstärkt für die Inklusion zu verwenden. So seien von der Rampe für Rollstuhlfahrer bis zu speziellen Räumen etliche Baumaßnahmen an den Schulen erforderlich.

Helmut Rauer

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