Mundgerecht serviert
20.11.2011 | 15:57 Uhr 2011-11-20T15:57:00+0100
Lössel.Haben Sie sich schon einmal überlegt, wofür der Mund gebraucht wird? Natürlich zum Sprechen, zum Küssen, zum Atmen und ganz besonders zum Essen.
Für gleich zwei Abende hatte das Team des Parktheaters in das Romantik-Hotel Lössel eingeladen, laut Patricia Benthien vom Iserlohner Kulturbüro „unser liebster Außenspielort“. Dort erfuhren die Gäste bei einem exquisiten Fünf-Gänge-Menü alles Wissenswerte rund um den „richtigen Gebrauch des Mundes“.
Als wahre Expertin entpuppte sich die Schauspielerin und Rezitatorin Nicole Heesters, die mit ihrer unnachahmlichen Art, Texte verschiedener Autoren zu präsentieren, selbst sichtlichen Spaß daran hatte, ihre Zuhörer mit auf eine kulinarisch-literarische Reise zu nehmen.
Unterstützt wurde die 73-jährige Nicole Heesters, übrigens die erste Tatort-Ermittlerin überhaupt, vom „Duo Leccornia“ („Leckerbissen“): Willy Freivogel (Flöte) und Siegfried Schwab (Gitarre).
Ob heitere und spritzige Anekdoten (Eugen Roth „Der Gast“; Erich Kästner „Das Gemurmel eines Kellners“) oder Nachdenkliches von Wolfgang Borchert („Das Brot“), mit ihrer Textauswahl traf Nicole Heesters stets den Geschmack des Publikums. Besonders wohltuend war es, dass Heesters nicht auf lange Monologe setzte, sondern auf kleine Appetithäppchen, die die Vorfreude auf den nächsten Gang des Neuhaus-Menüs weckte.
Zwischen einem „Geschäumten Kürbissüppchen“ und „Knuspriger Gänsekeule“ sorgte besonders der „Lustmord“ von Ringelnatz für viel Heiterkeit. Darin beschreibt der Autor das Schälen einer Zwiebel. Und nach dem Verlesen des Speisezettels von Beethoven komplettierte das „Duo Leccornia“ mit dem „Adagio“ des Komponisten die Speiseabfolge. Den musikalischen Schlusspunkt unter das Dessert setzte die Kreuzer-Polka von Joh. Strauss-Vater.
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