Mit dem Endoskop im Wirbelkanal unterwegs

Dr. med. Wolfgang Welke, Chefarzt der Schmerzklinik am Marienhospital erläuterte die Diagnostik der Epiduroskopie an der Wirbelsäule..
Dr. med. Wolfgang Welke, Chefarzt der Schmerzklinik am Marienhospital erläuterte die Diagnostik der Epiduroskopie an der Wirbelsäule..
Foto: IKZ
Die Schmerzklinik am Marienhospital hat sich längst einen Namen weit über die Grenzen Letmathes hinaus gemacht. Dr. Wolfgang Welke sprach mit der Redaktion über neue Erkenntnisse und Therapieformen.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Schmerzklinik am Marienhospital Letmathe zu den führenden Zentren für die Behandlung von „Schmerzzuständen nach Wirbelsäulen-, Bandscheiben- und Dekompressionsoperationen bei Spinalkanalverengung“ gehört.

Einen maßgeblichen Anteil daran hat Chefarzt Dr. med. Wolfgang Welke, der sich zusammen mit seinem Team auf die Fahne geschrieben hat, Patienten, die teilweise seit langem unter Schmerzzuständen leiden, durch eine Diagnostik unter Einsatz modernster Geräte, schnelle Linderung zu verleihen.

Nicht selten wird den Patienten erklärt: „Bei ihnen ist leider eine Vernarbung im Bereich des Spiralnervs im Wirbelkanal eingetreten, da kann man nicht viel machen“. Dazu Dr. Wolfgang Welke: „Häufig unterziehen sich diese Patienten weiteren Operationen in der Hoffnung, dann weniger Schmerzen zu haben. Leider verbleibt nicht selten ein chronischer neuropathischer Nervenschmerz.“

Die üblichen medikamentösen Verfahren, beispielsweise ein Mix aus starken Morphinabkömmlingen, kombiniert mit antineuropathischen und antidepressiven Substanzen verschafft zwar eine gewisse Linderung der Schmerzen, die jedoch zumeist nicht sehr ausgeprägt ist und häufig zu schwer tolerierbaren Nebenwirkungen führt.

Für diese Fälle setzt Dr. Wolfgang Welke auf den Einsatz der Epiduroskopie. Dabei handelt es sich um ein minimal invasives Verfahren, das Verwachsungen, Vernarbungen und Entzündungen im Wirbelkanal erkennbar macht und durch gezielte Gewebeabtragung mit anschließender Katheterschmerztherapie eine deutliche und auch längerfristige Linderung herbeiführt.

Für diese Eingriffe stehen Dr. Welke medizinische Geräte zur Verfügung, die durchaus zum Bereich der Mikro-Operationstechnik gezählt werden dürfen.

Mit dem feinen, 2,5 Millimeter starken Endoskop können Verwachsungen mit der Hirnhaut (die es nicht nur am Kopf gibt, sondern die sich wie ein Kanal die Wirbelsäule hinunter schiebt), oder dem eingeengten Spiralnerv gelöst werden. Mittlerweile ist die Auflösung der neuesten HD-fähigen Fiberendoskope derartig hoch, dass selbst kleinste Hirnhautgefäße erkennbar sind. Die Weiterentwicklung der in der Schmerzklinik am Marienhospital entwickelten Epiduroskopie beinhaltet den Einsatz dieser Fiberendoskope. Über einen Arbeitskanal des Endoskops können beispielsweise eine 0,3 Millimeter starke Fasszange, eine Laserfaser und ein Schmerzkatheter eingeführt und gezielt eingesetzt werden.

Am Marienhospital kann die Untersuchung sogar bis in den Halsbereich durchgeführt werden, selbst bei hochgradigen Wirbelsäulenverkrümmungen und Verengung des Spiralkanals. Dafür wurde ein spezielles 90 Zentimeter langes Endoskop entwickelt. Ein Videoturm ermöglicht die gleichzeitige Darstellung von endoskopischer Kameraaufnahme und Röntgendurchleuchtung. Die teuren Geräte wurden kürzlich modernisiert und auf den letzten Stand der Technik gebracht.

Angebot wird stetig erweitert und verbessert

Dr. Wolfgang Welke: „In unserer Schmerzklinik setzen wir moderne Verfahren ein, die vielen anderen Zentren nicht zur Verfügung stehen, speziell im Bereich der invasiven Schmerzmedizin. Diese Verfahren setzen einen hohen technischen und hygienischen Standard und regelmäßige Qualitätszertifizierungen voraus. Wir sind bemüht, das Angebot der Schmerzklinik stetig zu erweitern und zu verbessern.“

Zusammen mit weiteren Experten arbeitet Dr. Wolfgang Welke übrigens an einer Therapieempfehlung, die schon in naher Zukunft zum Standard an Schmerzzentren gehören könnte. Sie spricht sich dafür aus, lokale Rückenschmerzen unter anderem durch Elektroden, die unter der Haut verlegt (subkutan) sind, zu behandeln. Bei Schmerzen im Bein soll stattdessen eine Elektrode im Wirbelkanal per Neurostimulation für eine Linderung sorgen. Die Schmerzklinik am Marienhospital ist inzwischen ein überregional bekanntes Schmerzzentrum und erfreut seit Jahren eines wachsenden Patientenstroms aus dem In- und Ausland. Die Schmerzklinik im Marienhospital an der Hagener Straße ist unter den Rufnummern 02374/54170 oder 02374/54271 erreichbar.