„Lieber Hans-Peter, du wirst uns fehlen“

Viele Amtsbrüder und -schwestern und weitere Weggefährten wohnten gestern der offiziellen Verabschiedung von Pfarrer Hans-Peter Marker bei.
Viele Amtsbrüder und -schwestern und weitere Weggefährten wohnten gestern der offiziellen Verabschiedung von Pfarrer Hans-Peter Marker bei.
Foto: IKZ

Oestrich..  Mit einem beeindruckenden Gottesdienst und bewegenden Empfang verabschiedeten die Kirchengemeinden Oestrich-Dröschede und Letmathe am Sonntag ihren Pfarrer Hans-Peter Marker, der bekanntlich am 15. Juni eine Pfarrstelle in Burgsteinfurt übernimmt.

„Lieber Hans-Peter, du wirst uns, du wirst mir fehlen“, sprach die Superintendentin des Kirchenkreises Martina Espelöer sicherlich vielen in der sehr gut besuchten Oestricher Kirche aus dem Herzen.

21 Jahre lang habe sich der heute 54-Jährige „mit seiner Persönlichkeit, seinen Begabungen und seiner theologischen Kompetenz in die Arbeit eingebracht und diese Region geprägt“. Dabei habe er die Herausforderungen der Veränderungen angenommen und sei auch immer bereit gewesen, sich „zum Wohle der Gemeinden und der Sache auszurichten“, auch wenn das manchmal schwierig und belastend gewesen sei, meinte die Superintendentin vor allem mit Blick auf die Aufteilung seiner Pfarrstelle, die er 13 Jahre in der Christus-Kirchengemeinde innehatte, auf zwei halbe Stellen in der Letmather sowie der neuen Gemeinde Oestrich-Dröschede.

Spuren in den Gemeinden und dem Kirchenkreis hinterlassen

Er habe mit seiner intensiven und kreativen Arbeit Akzente gesetzt, so zum Beispiel mit den Kino-Gottesdiensten im Kulturforum. Durch Seelsorge, Gottesdienste und auch Alltägliches wie das Fußballspielen in der 4. Mannschaft von Borussia Dröschede habe Marker die Menschen „in die Gemeinschaft geholt“. Spuren habe er auch im Kirchenkreis hinterlassen, so als Vorsitzender des Synodalen Ökumeneausschusses, durch seine „von großer Loyalität und Verbindlichkeit geprägte“ Mitarbeit im Kreissynodalvorstand (KSV), die Leitung der AG „Strukturen in Bewegung“ und als Synodalassessor, als Stellvertreter der Superintendentin.

Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus an der Brinkhofstraße dankte Martina Espelöer allen, die dazu beigetragen hatten, dass „der Gottesdienst zu einem solchen Fest“ wurde, darunter dem Da-Capo-Chor und den Posaunenchören Letmathe und Oestrich. Und sie sicherte dabei zu, dass der KSV im weiteren Prozess der Veränderungen an der Seite der Presbyterien und der Gemeinden stehe und dass nach Markers Abschied an einer Lösung gearbeitet werde, und zwar intensiv, aber zugleich in Ruhe. Denn in komplexen Systemen seien die sonst stets gewünschten schnellen Lösungen schwierig und vielleicht auch gar nicht so angebracht.

Für Markers „großartiges Engagement“ in den vergangenen mehr als zwei Jahrzehnten im Kirchenkreis und in den Gemeinden, aber auch seine langjährige Mitarbeit im Jugendhilfeausschuss dankte Vize-Bürgermeister Thorsten Schick im Namen der Stadt, aber auch ganz persönlich, habe er doch sehr viele intensive, bereichernde Gespräche mit ihm geführt, und das nicht nur über die gemeinsame Leidenschaft Fußball. Mit neuen Projekten habe er Menschen wieder für die Kirche begeistert, und Brücken habe er auch vor allem durch seine persönliche Art gebaut. Die richtige Mischung aus Nähe und notwendiger Distanz hätten Marker zu einem „wichtigen und respektierten Ansprechpartner weit über die Kirche hinaus“ werden lassen.

Neben den Kirchmeistern der beiden Gemeinden, Dieter Buschkämper und Gerd Neumann, dankte unter anderem auch Astrid Muth als eine der Vertreterinnen der evangelischen Kindergärten Marker: „Sie haben viele neue Impulse gegeben, mit Ihnen ist ganz viel in Bewegung geraten.“ Zugleich sei der Pfarrer „mit seiner ruhigen und besonnenen Art ein Fels in der Brandung in stürmischen Zeiten“ gewesen. Lieselotte Schäfer vom Presbyterium der Christus-Kirchengemeinde lobte den „wunderbaren Seelsorger, tollen Verwaltungsmenschen und Super-Entertainer und -Sänger“. Auch der katholische Pfarrer Frank Niemeier sagte Dank für die gute ökumenische Zusammenarbeit, was auch Marker in seinem Schlusswort nur zurückgeben konnte: „Es hat mir richtig Spaß gemacht und immer viel bedeutet.“ Überhaupt dankte er für alle Begegnungen und Erfahrungen der vergangenen Jahre und für den „so schönen und stärkenden Gottesdienst“ am Sonntag. Denn auch wenn er sich auf seine neue Aufgabe im Münsterland freue, so gehe er doch mit viel Wehmut.